Hoher Strompreis belastet Betriebe

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Energieaufwand: In einem Bäckerbetrieb wie dem von Friedhelm Paul in Frankenau, wird viel Strom verbraucht. 800 Brötchen und 300 Brote produziert Paul an einem Tag.

Frankenau. Als Bäcker steht er unter Strom. Wenn sein Geschäft an der Frankenberger Straße öffnet, muss pünktlich von allem etwas da sein, erklärt Friedhelm Paul aus Frankenau: „Deswegen müssen wir einige Teiglinge, die am Morgen in den Ofen kommen, schon am Tag zuvor in den Gärunterbrecher stecken.“

Der Gärunterbrecher ist eines von vielen Geräten, die in einer Bäckerei Strom verbrauchen. Außerdem gibt es im Betrieb ein Mehl-Silo mit digitaler Waage, eine Ausrollmaschine, eine Knetmaschine, ein Fettbackgerät und einen Brötchenschneider. Mit höheren Strompreisen rechnet Paul deshalb nicht gerne – 840 Euro zahlt er bisher monatlich für Strom: „Existenzbedrohend wird es nicht. Im Gegensatz zu Privathaushalten geht es bei uns aber um mehrere 100 Euro.“

40 000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht sein Betrieb. Zum Vergleich: Eine vierköpfige Familie verbraucht pro Jahr durchschnittlich 5000 Kilowattstunden. l Stromfresser sind zum Beispiel mehrere Kühlgeräte. Der Gärunterbrecher läuft einen halben Tag lang. „In der ersten Phase gefriert er die Teiglinge bei sechs Kilowatt pro Stunde, dann hält er die Kälte und verbraucht drei Kilowatt“, erklärt Paul. Um 3 Uhr morgens springt der Öl-Ofen an und läuft bis zum Mittag – mit einem Stromverbrauch von fünf Kilowatt pro Stunde.

„Natürlich könnte man Energie sparen“, sagt Paul. „Zum Beispiel durch Kühlmöbel, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten.“ Aber die Anschaffung solcher Geräte sei teuer: „Ein Kleinbetrieb muss mit den Geräten arbeiten, die er hat.“

Von Nora Sonnabend

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Quelle: HNA

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