Ortsbeirat in Berghofen

Holländer für alte Häuser begeistern

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In Berghofen stehen derzeit noch nicht viele Häuser leer. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern. Die Stadt Battenberg überlegt, in Holland verstärkt um Neubürger zu werben.Foto: Ines Alberti

Battenberg-Berghofen - In den nächsten Jahren droht in vielen Dörfern der Leerstand vor allem alter Häuser. Der Battenberger Magistrat überlegt, bei Holländern für das Leben im oberen Edertal zu werben.

„Da sind Objekte dabei, die man guten Gewissens gar niemandem anbieten kann“, sagte Berghofens Ortsvorsteher Hans-Gerhard Eitzenhöfer in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Das Gremium sollte eine Stellungnahme abgeben zur Überlegung des Magistrats, holländische Interessenten für Häuser im Ortskern zu finden.

Die Gebäude könnten im Internet vermarktet werden, außerdem könnten die guten Kontakte in die Partnergemeinde­ der Dodenauer Feuerwehr - Loon-op-Zand in Holland - genutzt werden.

Wie in vielen anderen Dörfern wurde auch in Berghofen bereits ein „Leerstandskataster“ erstellt. Es verdeutlicht: Noch stehen nur wenige Häuser im Dorf leer. Viele haben allerdings nur noch einen Bewohner, drohen also in den nächsten Jahren zu verwaisen. „In zehn Jahren kann es ganz anders aussehen“, sagte Eitzenhöfer. Oft bestehe trotz Leerstand gar kein Interesse, ein Haus zu verkaufen, erklärte der Ortsvorsteher. Andere müssten eigentlich abgerissen werden. Reiner Arnold betonte, es sei wünschenswert, dass Neubürger auch ihren Lebensmittelpunkt ins Dorf verlagern und Häuser nicht nur an Wochenenden nutzen würden. Zudem müsse es möglich sein, auch mal ein Haus abzureißen. „Gerade Wirtschaftsgebäude haben ihre Funktion erfüllt.“

Der Ortsbeirat will zunächst mit den Besitzern der infrage kommenden Häuser sprechen und mögliche Offerten im Internet abstimmen.

Der Magistrat sei auf die Idee gekommen, weil schon jetzt einige holländische Mitbürger in Battenberg und besonders in Dodenau leben würden, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel auf FZ-Anfrage. „Wir wollen versuchen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den Leerstand so gering wie bisher zu halten.“ Zunächst müsse aber ermittelt werden, ob es überhaupt Gebäude gibt, die angeboten werden können.

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