Rund 80 Interessenten verfolgten Vortrag über „Richtiges Heizen mit Holz“

Im Holz steckt Potenzial

Informierten über „Heizen mit Holz“ in Battenberg: (von links) Klimaschutzmanager Rainer Zollner, Referentin Dr. Brigitte Buhse (Naturkraft-Region), Tanja Müller (Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Waldeck-Frankenberg) und Thomas Compart (Firma Viessmann). Foto: Hoffmeister

Battenberg. Holz ist ein umweltfreundliches, nachhaltiges Produkt, das aus der Region stammt und hier auch Arbeitsplätze sichert: Das sagte Tanja Müller vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Waldeck-Frankenberg bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Richtiges Heizen mit Holz“ in der Burgberghalle.

Als Mitorganisator begrüßte Rainer Zollner, Klimaschutzmanager für die vier Kommunen des oberen Edertals, etwa 80 Interessenten.

Auch praktische Tipps

In ihrem etwa 90-minütigen Vortrag spannte Dr. Brigitte Buhse, Geschäftsführerin der Naturkraft-Region für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg, einen weiten Bogen von Erneuerbaren Energien über Handelsformen von Holzprodukten, verschiedene Heizungsanlagen und Fördermöglichkeiten bis hin zu praktischen Tipps, wie man gespaltenes Brennholz am besten zum Trocknen aufschichtet.

Die Referentin war für den erkrankten Diplom-Ingenieur Martin Schultze vom Kompetenzzentrum HessenRohstoffe eingesprungen.

Nach Überzeugung der Agraringenieurin Brigitte Buhse steckt in der Bioenergie noch großes Potenzial. „Biomasse funktioniert im Vegleich zu Wind oder Fotovoltaik das ganze Jahr“, sagte Brigitte Buhse. Vorbildlich nannte sie den Anteil der Erneuerbaren Energie mit derzeit 37 Prozent in Waldeck-Frankenberg – hessenweit liege der Anteil bei nur neun Prozent. Bewusst machen sollten sich Hausbewohner, dass stolze 83 Prozent der Energie in die Raumwärme und Wasserversorgung fließen. Der Anteil des Stroms werde völlig überschätzt, sagte Dr. Buhse.

„Jetzt habe ich Ihnen eine Menge Holz erzählt.“

Brigitte Buhse nach 90 Minuten

Holz bezeichnete die Referentin als klimaneutralen Brennstoff, der Kohlendioxid speichere und erst beim Verbrennen wieder abgebe. Ein weiterer Vorteil des Holzes sei es, dass praktisch alle Bestandteile eines Baumes genutzt werden können. Das wertvolle Stammholz beispielsweise für Möbel oder Balken, aus Kronenholz werde Papier gemacht, während man die „Abfälle“ wie Schwarten oder Sägemehl zu Pellets presse.

Aufmerksam machte die Referentin darauf, dass nur naturbelassenes, getrocknetes Holz in Kaminen oder Öfen verfeuert werden sollte. Für Eigenheime kämen Scheitholz- oder Pelletkessel in Frage. Hackschnitzel seien eher für große Gebäude rentabel, etwa für Schulen oder Krankenhäuser, sagte Buhse und empfahl eine thermische Solaranlage für die Warmwasser-Aufbereitung zum Holzkessel.

Nach vielen praktischen Tipps kam die Referentin zum Schluss auch auf Fördermöglichkeiten zu sprechen, zum Beispiel ein Marktanreizprogramm des Bundes oder zinsgüstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Ebenso wie Klimaschutzmanager Rainer Zollner empfiehlt auch Dr. Brigitte Buhse allen Interessenten an einer Heizungs-Umrüstung, den Rat eines Gebäude-Energienberaters einzuholen. (off)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare