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Holzbildhauer-Symposium in Battenberg: Kunstweg soll weiter wachsen

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Kunstweg Battenberg: Unser Bild zeigt (von links) Projektleiter Beat Hodel, Katharina Hunger, Sophia Wolf, Martina Radke sowie Ellen und Wilfried Morgenroth hinter dem Holz-Kunstwerk von Charl y Loth am Friedhof in Laisa. 

Battenberg.  „95 Prozent der Leute haben Feuer gefangen“, blickt Projektleiter Beat Hodel zufrieden auf das Battenberger Holzbildhauer-Symposium zurück. 

Das hatte  Einwohner und Gäste der alten Bergstadt Anfang September in ihren Bann gezogen. Die Holzbildhauer Astrid E. Müller (Kassel), CW Loth (Freiburg), Thomas Putze (Stuttgart), HWP Diedenhofen (Neckartenzlingen) und Johannes Hepp (Freiburg) hatten täglich von 10 bis 18 Uhr auf fünf Höfen in der Battenberger Oberstadt an ihren Werken gearbeitet. Die Besucher konnten den Künstlern dabei über die Schulter schauen, die Entstehung der Kunstwerke mitverfolgen und nutzten ausgiebig die Chance, Fragen zu stellen.

Holz-Kunstwerke mussten sich ihren Platz suchen

Vier Monate später haben fast alle entstandenen Holz-Kunstwerke ihren Platz gefunden: Die große, bewegliche Holzskulptur von Charly Loth steht unterhalb des Friedhofes in Laisa, das blaue „Ei“ des Künstlers HWP Diedenhofen steht in der Gemarkung „Am Kreuz“ zwischen Battenberg und Berghofen, gleich mehrere Werke des Künstlers Thomas Putze haben im Rosengarten unterhalb der Battenberger Neuburg ihren Standort gefunden, die „mentale Kathedrale“ von Johannes Hepp mit einem kleinen Prinzen hängt tief im Wald bei Battenberg. 

„Blaues Ei“: Kunstwerk von HWP Diedenhofen zwischen Battenberg und Berghofen.

Ein Kunstwerk wurde von vielen bewundert

Der von vielen Besuchern bewunderte „Mann im Bärenkostüm“ steht noch auf einer Palette im Eingangsbereich der Neuburg, Astrid Müllers Baumstamm-Installation soll – bei etwas trockenerem Wetter – ihren Bestimmungsort im Bereich Bürgerbach finden. Noch gesucht wird ein Standort für die von Thomas Putze geschaffene „Äffin“: „Die Skulptur ist aus Eschenholz und muss unter Dach“, sagt Projektleiter Beat Hodel. Bis auf weiteres bleibt die eindrucksvolle Affen-Frau auf dem Hof von Martina Radke, der Vorsitzenden des Battenberger Kunstvereins.

Für sie wird noch ein Platz gesucht: Die „Äffin“ von Thomas Putze.

Von vornherein war geplant, dass die während des Symposiums entstandenen Kunstwerke entlang eines „Kunstweges“ aufgestellt werden, der auf einer Länge von 12 Kilometern die Battenberger Stadtteile Kernstadt, Berghofen und Laisa verbinden wird.

Seinen Dank sprach Projektleiter Beat Hodel nun den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes aus, die die Skulpturen aufgestellt und teilweise dafür Beton-Fundamente gegossen haben. Hodel: „Als Wanderstrecke, auf der Interessierte von Kunst begleitet werden, wird der Kunstweg in den nächsten Jahren weiter wachsen.“

Weitere Holzbildhauer-Symposium nicht ausgeschlossen

Ob es irgendwann wieder ein Holzbildhauer-Symposium in Battenberg geben wird, müssen laut Beat Hodel und Martina Radke die Gremien der Stadt Battenberg entscheiden. Es ist nicht zuletzt eine Kostenfrage. Denn obwohl die fünf auswärtigen Künstler allesamt privat untergebracht waren, schlug das Symposium mit Kosten von rund 20 000 Euro zu Buche.

Aus Sicht des Battenberger Kunstvereins und des Projektleiters Hodel ist das Geld gut angelegt. „Es sind so viele Kontakte entstanden, es gab so viele positive Begegnungen“, blickt Mattina Radke, Vorsitzende des Kunstvereins, zurück. „Auch für die Künstler war es ein besonderes Erlebnis. Es gab nur positive Rückmeldungen“, berichtet Hodel. Besonders gut seien die abendlichen „Sägehocks“ angekommen, bei denen die Künstler, nach getaner Arbeit, noch in gemütlicher Runde mit Battenbergern zusammen saßen. „Ich glaube, die kommen alle wieder“, ist Beat Hodel überzeugt.

In diesem Jahr will Kurator Dr. Christoph Schneider zusammen mit einem künstlerischen Beirat Kunstschaffende nach Battenberg einladen. Dabei sollen zum einen „Kunstprojekte zum Mitdenken und Mitmachen“ entstehen. Zum anderen sollen Künstler aus der Region eingeladen werden, an besonderen Stellen in der Landschaft oder am Waldrand einen Teil ihrer Werke zu zeigen.

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