Den Horizont erweitern

Johannes Wahl aus Frankenau hilft ein Jahr lang Straßenkindern in Südafrika

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Es geht nach Südafrika: Johannes Wahl mit der Flagge des Landes, in dem er ein Jahr lang im entwicklungspolitischen Freiwilligendienst tätig sein wird. Fo

Frankenau. Das Abitur hat Johannes Wahl aus Frankenau seit wenigen Wochen in der Tasche. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ihm aber nicht: Im August fliegt der 18-Jährige für ein Jahr nach Johannesburg in Südafrika, um dort mit Straßenkindern zu arbeiten.

Wahl absolviert in den zwölf Monaten den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Über das Evangelisch-lutherische Missionswerk (ELM) Hermannsburg wurde er an die Partnerorganisation „Outreach Foundation“ in Südafrika vermittelt, wo er an verschiedenen Projekten vor Ort mitwirkt. Hauptsächlich gehe es darum, den Kindern in Afrika mit Hilfe von Musik und Theater die Aussicht auf ein besseres Leben zu bieten, sagt Wahl.

Erfahrungen in Indien

Für längere Zeit im Ausland war der Pfarrersohn schon einmal. Gemeinsam mit den Eltern und seinen vier Geschwistern verbrachte er 2010 vier Monate in Indien. Alleine auf Reisen war Wahl allerdings noch nicht. „Ein bisschen nervös bin ich schon, aber so richtig bin ich mir der Reise noch nicht bewusst“, erzählt der 18-Jährige. Ganz alleine in Südafrika ist er dennoch nicht, wie er hinzufügt: „Ich habe einen Förderpartner und meine Organisation im Rücken, ich bin gut vernetzt.“

Auch, wenn ihm der Abschied aus Deutschland schwerfallen wird, wie der Frankenauer zugibt: Die Vorfreude auf das Jahr im Ausland ist groß. „Ich mache diese Arbeit ja nicht, weil ich mich damit quälen möchte, sondern weil es mir Spaß macht“, erklärt er. Außerdem hofft der Frankenauer, möglichst viel aus dem Auslandsjahr mitnehmen zu können, um sich persönlich weiterzuentwickeln.

Im Johannesburger Stadtteil Hillbrow, in dem Wahl zukünftig arbeiten wird, sind Kriminalität und Drogensucht ein Problem. Klar, dass vor allem bei den Eltern die Sorge groß war: „Am Anfang waren sie von Johannesburg nicht so begeistert, aber jetzt gehts es. Hoffe ich zumindest“, sagt der 18-Jährige mit einem Lachen. Er selbst mache sich aber keine Sorgen um seine Sicherheit.

Mehr Gedanken macht er sich hingegen über die Tatsache, dass er zwölf Monate von seiner Familie und seiner Freundin getrennt ist. „Das ist ziemlich schwer. Aber ich denke, dass ich in Südafrika auch viele schöne Momente erlebe.“ In diesem Fall vergeht auch das Jahr im Ausland wie im Flug.

Der Pfarrersohn wird mit kirchlichem Segen abreisen. Die Kirchengemeinde gestaltet am Sonntag, 10. August, 10 Uhr, einen Abschiedsgottesdienst mit vielen musikalischen Beiträgen.

Quelle: HNA

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