Hugenotten- und Waldensernachfahren auf Spurensuche

+
Heimatort der Clements: Am Ortsschild von Orpierre, aus dem seine Vorfahren im 18. Jahrhundert auswanderten, stellte sich Karl-Heinz Clement (rechts) mit Mitgliedern des Wiesenfelder Heimatvereins zum Erinnerungsfoto.

Wiesenfeld/Schwabendorf. Sie flohen im 17. Jahrhundert auf schmalen Pfaden aus Frankreich über die Berge, hielten ihre Gottesdienste in Höhlen und verborgenen Tälern, durften in Deutschland endlich ihre unterdrückte protestantische Religion ausüben und neue Existenzen gründen.

Auf den Spuren ihrer französischen Hugenotten- und Waldenservorfahren erforschten jetzt 42 Bürger der Burgwald-Region bei einer Studienreise das Bergland Lubéron und die Provence.

Dabei erkundeten sie zu Fuß auch die beiden südlichsten Routenabschnitte des europäischen Fernwanderweges „Hugenotten- und Waldenserpfad“, der über 1400 Kilometer durch Süddeutschland bis Bad Karlshafen in Nordhessen führt. Im vergangenen Jahr war in Wiesenfeld das hessische Teilstück durch Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann eingeweiht worden.

Zu der Reise hatte der Arbeitskreis für Hugenotten- und Waldensergeschichte Schwabendorf eingeladen, für den Gerhard Badouin in den vergangenen Jahren viele Kontakte aufgebaut hat. Mit dabei war diesmal auch eine größere Reisegruppe des Heimatvereins Wiesenfeld.

Sein Vorsitzender Karl-Heinz Clement hatte ein besonderes Erlebnis: Zum ersten Mal besuchte er das Dorf Orpierre zwischen schroffen Felshängen, wo sein ins Exil ausgewanderter Vorfahre Alexandre Clement am 20. Januar 1724 geboren wurde. Er besichtigte den Friedhof, die engen Gassen und den kleinen „Temple protestant“. Auch die Familie Faure aus Schwabendorf stammte aus Orpierre. Auf den Spuren der Familie Combe durchstreifte die Gruppe den kleinen Ort Barcelonne.

Zu einem freudigen Wiedersehen kam es in Poët Laval mit Johannes Melson, der schon oft in der Burgwald-Region zu Gast war und die Projektkoordination für den Hugenotten-Fernwanderweg in Frankreich übernommen hat. Er begleitete die Besucher ein Stück weit auf der südlichen Startstrecke des Hugenottenpfades und bewirtete sie mit seiner Frau gastfreundlich bei einem Picknick auf ihrem Bauernhof.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare