Kindergarten in Bottendorf

Hundehaufen stinken den Kindern

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Kindergartenleiterin Irmgard Ratajczyk und die Bottendorfer Kinder ärgern sich über nachlässige Hundebesitzer: Unter dem Schnee liegen oft Hundehaufen versteckt. Das Problem mit herumliegendem Hundekot gibt es nicht nur in Burgwald: Kinder in Hatzfeld hab

Burgwald-Bottendorf - "Wir finden es scheiße!" - die Bottendorfer Kinder stehen vor dem Kindergarten und trauen sich nur vorsichtig in den Schnee. Denn darunter liegen an vielen Stellen die Hinterlassenschaften von Hunden versteckt.

„Das stinkt so wenn man reintritt“, empört sich Johanna. Dick eingepackt steht sie mit anderen Kindern vor dem Kindergarten. Es liegt Schnee am Straßenrand des Bachwegs und auf dem Festplatz gegenüber der Kindertagesstätte. Eigentlich ein Grund für die Kleinen, sich zu freuen und durch den Schnee zu toben. Im Bereich des Bachwegs sind die Kinder allerdings zurückhaltend: An vielen Stellen liegen Hundehaufen, verdeckt vom Schnee. „Die können wir ja gar nicht sehen“, erklärt Johanna.

Den Kindern, den Eltern und auch den Erzieherinnen stinkt das gewaltig. Gerade erst ist eines der Kinder auf dem Weg zum Kindergarten mit seinen dicken Winterschuhen durch den Schnee gelaufen und unbemerkt in Hundekot getreten. Die Schuhe hat das Kind wie jeden morgen an seiner Garderobe ausgezogen und auf dem Weg durch den Flur Schnee aus dem dicken Profil der Sohlen verloren. „Dann fing der Schnee an zu schmelzen und überall waren kleine braune Pfützen“, berichtet die Kindergartenleiterin Irmgard Ratajczyk. „Das ist einfach eklig, die Scheiße aus dem Profil zu kratzen.“ Noch dazu musste schnell der ganze Flur geputzt werden, nicht nur weil es stank, sondern auch, weil es unhygienisch ist. Der Hundekot verteilt sich laut Ratajczyk in allen Räumen, wenn jemand durchläuft. Schließlich bemerken die Erzieherinnen die stinkende Bescherung nicht immer sofort. „Und bei Kindern spielt sich vieles auf dem Boden ab.“ Die Kinder und die Erzieherinnen appellieren daher an die Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften der Tiere sofort in Tüten zu packen und zu entsorgen. „Viele haben ja Tüten dabei“, sagt die Leiterin.

Aber leider eben nicht alle. Die Erzieherinnen wollen das nicht mehr dulden: „Wenn wir sehen, dass jemand seinen Hund hier hin machen lässt und die Haufen nicht entsorgt, dann bringen wir das zur Anzeige“, macht Ratajczyk deutlich. „Denn das ist eine Sauerei. Hier sind 100 kleine Kinder. Da kann man nicht so achtlos sein.“

Drei Jahre lang hatten die Kinder im Bachweg kaum Probleme mit den Hundehaufen. Sie hatten vorher mit Aktionen darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Hundehaufen scheiße finden: Die Kinder haben laut Ratajczyk die Haufen auf dem Weg von der Kirche zum Kindergarten gezählt. Damals seien es 130 gewesen. Beim Kindergarten hatten die Erzieherinnen Verbotsschilder aufgehängt. Die seien mittlerweile alle abgerissen und verschwunden.

Ratajczyk erzählt, dass sich vor drei Jahren die Gemeinde beteiligt habe: Sie stellten Behälter am Teichgelände und am anderen Ende vom Bachweg auf, damit Hundebesitzer die Haufen entsorgen können. Außerdem stellt die Gemeinde laut Bürgermeister Lothar Koch kostenlose Tüten zur Verfügung - sowohl in Spendern, die gerade in der Gemarkung verteilt stehen, als auch in der Gemeindeverwaltung. Dort können Hundebesitzer sich kleine Behälter in Knochenform abholen, in denen Tüten sind. Die Knochen können an der Leine befestigt werden. „Davon wird auch Gebrauch gemacht“, sagt der Bürgermeister.

Die Kindergartenleiterin hat sich überlegt, dass die Gemeinde beim Kindergarten noch einen Behälter für die Hundekot-Tüten aufstellen könnte. „Die Gemeinde ist sehr kooperativ und macht, was von ihrerer Seite aus machbar ist“, sagt Ratajczyk. „Unser Appell geht an die Hundebesitzer. Die stehen in der Verantwortung.“

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