Haina-Löhlbach.

„Ich nehme das Schulamt in die Pflicht“

- Haina-Löhlbach (apa). Eltern wollen besseren Unterricht an der Löhlbacher Grundschule und haben einstimig eine Resolution verabschiedet.Die nächsten Erstklässler sollen nicht in die Schule in ihrem Dorf gehen – es sei denn, die Qualität des Unterrichts bessert sich erheblich.

Zuschauer gibt es nicht oft, wenn in Haina die Gemeindevertreter tagen. Wenn es allerdings um Kinder geht, dann sind die Eltern vor Ort. So war es auch am Donnerstagabend: Auf der Tagesordnung stand die Diskussion über die Resolution zur Löhlbacher Grundschule (FZ berichtete). Dabei zeigte sich, dass die Gemeinde und die Eltern eigentlich dasselbe Ziel haben – nämlich den Erhalt der „Schule unter den Linden“, einhergehend mit einer deutlichen Verbesserung der Unterrichtsqualität. Die Kinder auf andere Grundschulen zu schicken, sei aber für die Eltern die einzige Möglichkeit, den Missständen entgegenzutreten, betonten sie nach der Sitzung. Für zwölf von dreizehn künftigen Erstklässlern liegen Gestattungsanträge beim Schulamt vor. Darin fordern die Eltern, dass ihre Söhne und Töchter in Haina oder Frankenau beschult werden statt in Löhlbach, „weil wir zum einen den dort stattfindenden Unterricht in jahrgangsübergreifenden Klassen ablehnen und uns zum anderen das Betreuungsangebot bis 14.30 Uhr nicht ausreicht“, heißt es in den zwölf Anträgen übereinstimmend. Dabei gehe es nicht um die pädagogische Kompetenz der beiden Lehrerinnen, betonen die Eltern. Sie lehnen das Unterrichtsmodell mit den kombinierten Klassen eins und zwei sowie drei und vier ab, weil durch dieses mehr Nachteile als Vorteile entstünden. Zudem sehen sie bei nur zwei Aufsichtspersonen auch die Sicherheit der Kinder infrage gestellt. Der Gemeindevorstand habe sich durch die Unzufriedenheit in der Elternschaft bewogen gefühlt, diese Resolution zu formulieren, erläuterte Backhaus. Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter dafür aus. Die Sprecher aller Fraktionen zeigten sich überzeugt davon, dass eine Schule ein Stück Lebensqualität bedeutet und verwiesen auf den Schulentwicklungsplan, in dem die Schule weiterhin vorgesehen ist. Bernhard Keute (Freie Bürgerschaft Löhlbach) prophezeite, dass die Grundschule nicht mehr geöffnet werden wird, „wenn die Pforten einmal geschlossen sind“. Die mehr als 100 Jahre alte Schule habe schon einige Krisen überstanden. „Ich nehme die Schulleitung und das Schulamt in die Pflicht: Da muss reagiert werden“, sagte Keute. „Wo kommen wir denn hin, wenn es gravierende Unterschiede in der Qualität des Unterrichts gibt?“ Mit der Resolution soll die Qualität des Unterrichts an der Löhlbacher Grundschule sichergestellt werden. Dafür sieht auch Backhaus Susanne Weber in der Pflicht. Sie leitet die Kellerwaldschule in Frankenau, aber auch die Löhlbacher Grundschule. Außerdem soll der Schulstandort in der Großgemeinde gesichert werden: Wenn eine der beiden Grundschulen zu wenig Kinder verzeichne, muss laut Resolution eine gemeinsame Lösung in der Großgemeinde, also in Haina oder Löhlbach, gefunden werden.Voraussichtlich am 1. März soll ein Gespräch zwischen Gemeinde, Schulamt, dem Landkreis als Schulträger und den Eltern stattfinden.

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