Leader-Region Burgwald-Ederbergland

Ideen für eine lebenswerte Zukunft

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Gerd Daubert, Stefan Schulte, Ursula Mothes-Wagner, Kai-Uwe Spanka und Alexander Sust (von links) zeigen die prall gefüllten Aktenordner mit den zurückgekommenen Fragebögen. Foto: Götz Schaub

Burgwald/Wetter - Wer schon länger tolle Ideen für die Entwicklung seiner Heimat in der Region Burgwald-Ederbergland mit sich rumträgt, hat jetzt die große Chance, sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Mehr Bürgerbeteiligung heißt es immer wieder, vor allem, wenn die Politik um Wählervertrauen wirbt. Der Verein Region Burgwald-Ederbergland braucht keine Wähler, möchte dennoch möglichst viele ambitionierte Bürger für Projekte gewinnen, die in der neuen Leader-Förderperiode 2014 bis 2020 entwickelt und umgesetzt werden sollen.

Das Besondere daran ist, dass die Projekte nicht vorgegeben sind, sondern von den Bürgern selbst kommen sollen. Die Themenbereiche Umwelt, Klimaschutz, Leben und Arbeiten, Tourismus, Mobilität, Grundversorgung, Nachbarschaftshilfe und regionale Identität dürften eigentlich ausreichend sein für viele tolle Ideen.

„Wenn wir unsere Entwicklung hier vor Ort selbst in die Hand nehmen, können wir einiges erreichen. Und wie viel erreicht werden kann, das zeigen die mehr als 260 Projekte, die seit Bestehen der Regionalförderung im Burgwald und Ederbergland auf den Weg gebracht werden konnten“, sagt Ursula Mothes-Wagner, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Kai-Uwe Spanka, Bürgermeister von Wetter und Vorsitzender des Vereins, sagt: „Jetzt geht es wieder um Inhalte und Nachhaltigkeit. Es sollen Projekte entwickelt werden, von denen wir auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch etwas haben.“

Der Verein wollte nicht einfach nur seine eigenen Erfahrungen in die neue Förderperiode übertragen, sondern auch die der Bürger. Deshalb haben die Vorstandsmitglieder einen vierseitigen Fragebogen zur EU-Förderphase 2007 bis 2013 erstellt und verteilt. Mehr als 1300 Bürger haben den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt. Alexander Sust vom Büro „sustain“, das mit der wissenschaftlichen Auswertung der Fragebögen beauftragt ist, sagt dazu: „Erfreulich ist, dass dabei mehr als 220 Befragte eigene Ideen formuliert haben, was sie in der Region als Entwicklungsaufgabe sehen. Eine Reihe von Bürgern will sich sogar aktiv in die Arbeit einbringen. Dabei waren schon einige interessante Vorschläge, die das Zeug dazu haben, in das neue regionale Entwicklungskonzept aufgenommen zu werden.“

Gerd Daubert, wie Mothes-Wagner stellvertretender Vorsitzender des Vereins, weiß um die großen Herausforderungen in der Region. „Die Bürgerbeteiligung ist das A und O. Es geht um Antworten zu den Auswirkungen des demografischen Wandels.“ Auch beim Thema Tourismus sieht Daubert Handlungsfelder. „Wir haben einiges erreicht mit der Einrichtung von Premiumwanderwegen. Doch fehlt es deutlich an Gaststätten zur Einkehr.“ Auch Stefan Schulte, Regionalmanager des Vereins, freut sich auf weitere Vorschläge und Entwicklungen. „Das Thema Mobilität hat in unserer Region auch eine große Bedeutung und ist für Jugendliche wie auch ältere Mitmenschen gleichermaßen interessant.“

Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sei die Burgwaldmesse ein Begriff und viele wüssten auch von den Anstrengungen, die zur Aufwertung und Einrichtung von Wander- oder Radwegen geführt haben. Auch die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger oder die Sicherung der Grundversorgung werde mit der Regionalentwicklung in Verbindung gebracht.

Bürger, die am neuen Konzept mitarbeiten wollen, sind am Freitag, 4. April, ab 16 Uhr zur Auftaktveranstaltung in das Dorfgemeinschaftshaus in Ernsthausen eingeladen. Um Anmeldung bis heute unter Telefon 06423/541007 wird gebeten. Mehr Infos unter www.region-burgwald-ederbergland.de im Internet.

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