Frankenau:

Ideenstreit um Chefsessel im Rathaus

- Frankenau. Etwa 400 Interessenten erlebten beim WLZ-FZ-Wahlforum erstmals alle fünf Bürgermeister-Kandidaten im direkten Vergleich.

Wie wollen sie Kaufkraft binden und Gewerbe ansiedeln? Was wollen sie für Vereine tun? Und wie schlagfertig sind sie? Wie geben sie sich „live“, die fünf Männer, die bei der Direktwahl am 7. März den Bürgermeister-Sessel im Rathaus erklimmen wollen? Diese Fragen bewegen viele – aus allen Stadtteilen strömten am Donnerstag neugierige Einwohner zum WLZ-FZ-Wahlforum in die Kellerwaldhalle. Sie erlebten zwei Stunden mit einem lebendigen Frage-Antwort-Spiel. Zunächst griffen die Moderatoren WLZ-FZ-Chefredakteur Jörg Kleine und Redakteurin Andrea Pauly Diskussionen auf, die in der Stadt kursieren. Der Fritzlarer Fahrlehrer Arno Wissemann führt derzeit eine „Wochenend-Ehe“ – wie geht das als Bügermeister? Er werde nach gewonnener Wahl in Frankenau bauen, und seine Frau werde aus Düsseldorf zuziehen und im Haus eine Tierarztpraxis betreiben, kündigte er an. Stimmt es, dass sich der parteilose Jörn Kring erst bei der SPD als Kandidat beworben hat? „Das liegt unter dem Deckmantel des Schweigens“, sagte er. „Ich kandidiere unabhängig.“ Und auch wenn er von CDU und Freien Bürgern unterstützt werde, stünden seine Der parteilose Werner Schelberg stünde nach einer Wahlperiode an der Pensionsgrenze – ist er mit 58 Jahren zu alt? Das Amt sei keine Frage des Alters, sondern der Leistung, des Engagements, der Ideen und der Lösungskompetenz – die habe er. Und eine zweite Amtszeit schließe er nicht aus. Will der parteilose Alexander Kaufmann auch bei Repräsentationsterminen der Stadt ohne Schlips und Kragen auftreten? „Ich habe einen angewachsenen Kragen“, konterte er mit Blick auf seinen stattlichen Bart. Und wie lässt sich ein „Leben ohne Terminhetzerei“ mit dem Amt vereinbaren? Es sei eine Frage der Planung, genügend Zeit für Termine zu haben. Ist für den SPD-Kandidaten Björn Brede das „Klinkenputzen“ die richtige Strategie? „Es ist ein schöne Erfahrung, die Leute sind neugierig“, sagte er. Bislang habe er 40 Prozent der Haushalte besucht, nur zweimal hätten nicht Wahlberechtigte ein Gespräch abgelehnt. – Und warum denken die Bewerber, fürs Amt geeignet zu sein? Brede verwies auf seine kommunalpolitische Erfahrung, seine Ausbildung in Verwaltung und Finanzen und seine Arbeit im Kasseler Rathaus. Auch Schelberg hob seine Verwaltungserfahrung hervor, er könne ein Bauamt leiten und Ingenieurbüros kontrollieren, was der Stadt viel Geld spare. „Ich bin gut ausgebildet, habe Lebenserfahrung, bin hoch motiviert, qualifiziert und gelassen für nachhaltige Entscheidungen“, sagte Kring, der bei der Landeskirche in Kassel arbeitet. „Ich bin sehr entspannt“, daher könne er jede Entscheidung gut überlegen, sagte Kaufmann. Als Unternehmer sei er gewohnt, betriebswirtschaftlich zu arbeiten: „Die Zahlen müssen am Ende stimmen.“ Und es sei an der Zeit, dass jemand aus der „arbeitenden Bevölkerung“ das Amt übernehme.„Ich habe keine Probleme, auf Menschen zuzugehen“, sagte Wissemann, das helfe bei der Akquise neuer Firmen. Er suche eine „neue Herausforderung.“

Mehr in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 20. Februar.

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