Sommer im Sattel: Kleine Tour nach Feierabend oder für Einsteiger durch den Burgwald

Idylle entschädigt für Schotterpisten

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Rosenthal - Eine kleine Radtour nach Feierabend oder an heißen Tagen, wenn es nicht so lange dauern soll – dafür bietet sich der Burgwald an. Von Rosenthal geht es zu den Nempheteichen und zu den 
Herrenbänken.

An der Sport- und Kulturhalle in Rosenthal geht es los: Wer von außerhalb kommt und dort mit dem Fahrrad startet, hat die Möglichkeit, sein Auto auf dem großen Parkplatz abzustellen. Die Strecke führt zunächst vom Parkplatz nach rechts aus Rosenthal hinaus in Richtung Willershausen. Direkt vor dem Aussiedlerhof geht es links ab auf einen geteerten Feldweg. Er führt bergauf, vorbei an einem Haferfeld. Auf der Höhe geht es dann halbrechts auf einem Schotterweg wieder bergab in den Wald hinein und auf den mit einem „T“ markierten Tälerring. Doch der Name trügt: „Hügel- und Tälerring“ passt besser. Die vergangenen 300 Meter waren Vorzeichen für das, was nun folgt: Die nächste halbe Stunde geht es immer wieder rauf und runter. Kaum ist ein Berg erklommen, rollen die Räder wieder ein Stück abwärts und es geht von vorn los. Dabei ist allerdings etwas Vorsicht geboten: Der Weg besteht dort zu großen Teilen aus losem, grobem Schotter. Die Tour verläuft ausnahmslos durch den Burgwald – mal unter dem Blätterdach von Buchen, mal zwischen Nadelbäumen. An heißen Tagen bietet ein solcher Weg Schatten, allerdings fühlen sich im Spätsommer dort auch ausgesprochen nervige kleine Biester wohl: Bremsen. Die großen Insekten haben gerade dann leichtes Spiel, wenn es bergauf geht, weil dann das Tempo auf dem Fahrrad 
niedriger ist. Der Weg gabelt sich nahe einer großen Jagdhütte, der Blick fällt nach rechts auf die Dächer von Willershausen. Dort treffen der Tälerring, der R6 und der Quernstweg, der mit einem nach unten offenen Quadrat gekennzeichnet ist, zusammen. Es geht zunächst auf dem R6 weiter, nach zwei Kilometern zweigen der Tälerring und der Quernstweg links ab – dort geht es weiter. Die T- und Quernstmarkierung ist leicht zu finden, aber auch erste Holzschilder verweisen schon auf das nächste Ziel: die Nemphe
teiche. Um dorthin zu gelangen, wird die Landesstraße zwischen Frankenberg und Rosenthal überquert. Das Auf und Ab hat nun ein Ende: Der zweite Teil der Tour ist fast eben. Auf der anderen Seite der Straße befindet sich die sogenannte Forstkirche, ein ehemaliger Siedlungsplatz. Gleich zu Beginn teilt sich der Weg, über den linken geht es ins Naturschutzgebiet an den Nempheteichen. Die drei größten Teiche liegen direkt am Weg. An ihren Ufern sind Baumstämme als Sitzgelegenheiten befestigt und laden zu einer kurzen Pause ein. Die Idylle am Wasser entschädigt für die Schotterpisten. Doch Vorsicht ist auch dort beim Weiterfahren geboten: Um diese Jahreszeit hüpft der ein oder andere unvorsichtige junge Frosch über den Weg. Die Teiche, von denen vier 1960 und 1980 als Holzlagerteiche angelegt wurden, sind sehr nährstoffarm, ebenso wie die umliegenden Wiesen, Flachmoore und Heiden. Die sogenannten Braunwasserseen mit den sich anschließenden Übergangs- und Schwing­rasenmooren gelten nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) als eine Besonderheit in Hessen. Hinter den Nempheteichen gabelt sich der Weg. Dort bieten sich den Radlern nun verschiedenste Möglichkeiten: Nach rechts geht es in Richtung Bottendorf, geradeaus nach Burgwald, links in Richtung Rosenthal und Roda – wer die Tour dort wieder ohne Umwege beenden möchte, biegt hier also links ab. Der breite, geschotterte Weg führt nun fast ausschließlich geradeaus. Er quert die Kreisstraße zwischen Roda und Rosenthal und führt noch ein kurzes Stück durch lichten Wald. Dann mündet er auf den Herrenweg. Ein kurzes Stück nach links und schon sind die Herrenbänke erreicht – ein großer Pausenplatz. Auch dort bieten sich wieder verschiedene Möglichkeiten: Es geht weiter nach Roda, zu den Franzosenwiesen oder in Richtung Bracht. Je nach Wetter und Fitness kann die Tour also spontan verlängert werden. Für die kurze Version biegen Radfahrer nach links ab, auf den Studentenpfad in Richtung Rosenthal. Nach wenigen Hundert Metern lohnt ein kleiner Abstecher nach rechts: Dort befindet sich der Hans-Glas-Stein. Eine wetterfeste Info-Tafel blitzt aus dem Unterholz hervor und informiert über den Stein, der als Erinnerung an den ehemaligen Rosenthaler Bürgermeister Hans Glas aufgestellt wurde. Glas und sein Sohn wurden dort 1632 ermordet aufgefunden.Kurz vor Rosenthal führt der Weg aus dem Wald hinaus. Das letzte Stück des Weges ist asphaltiert, er endet an der Seegerteichhütte. Durch das Burgwaldstädtchen geht es zurück zum Parkplatz an der Sport- und Kulturhalle. Dort bietet sich als Abschluss ein Besuch am Wild­rosenpfad an. Diesen haben Rosenthaler in Eigenleistung angelegt, um dem Namen ihres Heimatortes Ehre zu machen. Wer nicht selbst für Proviant gesorgt hat, findet in Rosenthal durch Lokale und Supermärkte die Gelegenheit, die Tour mit einer Stärkung zu beenden.

Von Andrea Pauly

Die Karte gibt es hier zum Download:

Rosenthal

535,13 kB

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