Auf Grundsicherung angewiesen

Immer mehr Rentner im Kreis erhalten finanzielle Unterstützung

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der Menschen, die im Kreis auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, steigt weiter an. Waren es im Jahr 2009 noch 508 Empfänger, die in Waldeck-Frankenberg die Sozialleistung des Bundes erhalten haben, so standen 2013 bereits 671 Empfänger zu Buche.

Das ist ein Anstieg um 32 Prozent. „Diese Menschen leben alle zu Hause. Hinzu kommen noch etwa 100 Personen, die in verschiedenen Einrichtungen leben und Grundsicherung beziehen, weil ihr Einkommen oder Vermögen nicht ausreicht, um die Unterkunftskosten des Alten- und Pflegeheims zu finanzieren“, berichtet Kreis-Pressesprecher Dr. Hartmut Wecker. Die Kosten für die Pflegeleistungen würden dort zwar von der Pflegeversicherung bezahlt. „Unterkunft und Verpflegung müssen die Pflegebedürftigen aber in der Regel selbst tragen.“

Wecker begründet den Anstieg zum einen mit der demografischen Entwicklung. Da es immer mehr ältere Menschen im Landkreis gebe, steige statistisch auch der Anteil der Bezieher von Grundsicherung im Alter. „Außerdem sind niedrige Renteneinkünfte aufgrund von Lücken in der Erwerbsbiografie bei den heutigen Empfängern oder generell bei Geringverdienern die Ursache für den Erhalt von Grundsicherung“, so Wecker. Auch bekämen Selbstständige oder Hausfrauen, die vor dem Eintritt ins Rentenalter keine Versicherungsansprüche bei der Rente hatten, bei Bedarf Grundsicherung.

„Hinzu kommt, dass ohnehin das Rentenniveau in Waldeck-Frankenberg mit 790 Euro vergleichsweise gering ist. Der Mittelwert beträgt in Hessen 865 Euro“, so Wecker. Gesichert werden soll mit der Sozialleistung in erster Linie der Lebensunterhalt der betroffenen Menschen. Auch werden gegebenenfalls Beiträge der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Erhalt der eigenen Wohnung mit Hilfe der Grundsicherung finanziert.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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