Immer weniger Kunden: Dorfläden haben es schwer zu überleben

Im Dorfladen Bromskirchen: (von links) Die Stammkundinnen Inge Bartnitzke und Renate Rudersdorf, Verkäuferin Andrea Knorra und die Laden-Leiterin Regine Frese. Foto: Arnold

Waldeck-Frankenberg. Einkaufen in kleinen Dörfern auf dem Land, das ist ein Problem, seitdem fast alle Tante-Emma-Lädchen dicht gemacht haben. Es gibt zwar andere Ideen und Projekte, doch nur wenige funktionieren.

Ein preisgekröntes Vorzeigeprojekt war bisher der 2007 eröffnete Dorfladen in Bromskirchen, der von einem Verein mit großem Engagement einiger Mitglieder geführt wird. 2012 zog der Laden sogar mit Unterstützung von Regional-Fördermitteln in größere Räume. Doch seit Mitte 2015 gehen die Umsätze zurück. „Viele ältere Kunden sind wegfallen oder können nich mehr selbst einkaufen. Und die jüngeren Senioren sind heute mobiler als früher und kaufen in Supermärkten ein“, ist Karl-Friedrich Frese, Vereinsvorsitzender und Bürgermeister von Bromskirchen, enttäuscht.

Beispiele, wo Dorfläden funktionieren kennt Lisa Küpper, die Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Kellerwald-Edersee:

• Im Waldecker Stadtteil Höringhausen hat sich im Ort eine Interessengemeinschaft gebildet und gemeinsam dafür gesorgt, dass der Dorfladen erhalten bleibt.

• Gut läuft auch der Dorfladen in Edertal-Kleinern. Dem Inhaber gelinge es, unter anderem mit seiner Auswahl an frischem Gemüse und Obst genug Kunden - Einheimische und Feriengäste - anzulocken. „Nur wenn die Menschen vor Ort auch einkaufen, können die Läden über die Runden kommen“, sagt Lisa Küpper.

Eine andere Idee ist der rollende Supermarkt. Während ein Twister Kaufmann seit den 80er-Jahren 36 Dörfer mit Lebensmitteln versorgt, scheiterte 2014 im Frankenberger Land der Versuch, einen Verkaufswagen zu etablieren. Ältere freuten sich zwar über das Angebot, doch es kauften nur wenige ein. In Wetter wurde folgendes Modell probiert: Ein Bus holte die Kunden aus den Dörfern zum Einkaufen ab. Es setzte sich aber nicht durch.

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Quelle: HNA

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