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In Waldeck-Frankenberg drohen höhere Spritpreise

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Von: Lutz Benseler, Thomas Hoffmeister

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Tankstelle
Symbolbild: Zapfpistolen für Kraftstoffe an einer Tankstelle. © Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

Mit dem Ende des Monats August endet der Tank-Rabatt. Weil die Spritpreise infolge des Ukraine-Krieges sprunghaft gestiegen waren, hatte die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel zum 1. Juni für drei Monate gesenkt, und zwar um 30 Cent pro Liter Benzin und 17 Cent pro Liter Diesel.

Waldeck-Frankenberg - Der befristete Tankrabatt läuft nun zum 31. August aus. Die spannende Frage für die Autofahrer lautet: Steigen die Spritpreise nun wieder stark an? Sollte man vor dem 1. September sein Auto schnell nochmal volltanken?

Keine Hamsterkäufe

Hamsterkäufe gebe es bisher nicht, berichtet Michael Bienhaus, Inhaber der Esso-Tankstelle in Battenberg. „Die Leute tanken zwar etwas mehr. Aber dass jemand zusätzlich Kanister befüllt, ist eher die Ausnahme“, so Bienhaus. Seine Vermutung: „Die Mineralölkonzerne haben die Erhöhung vorweggenommen. Benzin und Diesel kosten mit 1,86 bzw. 2,10 Euro heute schon etwa 20 Cent mehr als vor einigen Wochen.“

Derzeit sei die Versorgungslage gesichert. Vor etwa zwei Wochen habe es jedoch einen Engpass gegeben, weil die Schiffe auf dem Rhein wegen des Niedrigwassers nicht voll beladen fahren konnten. Vom niederländischen Rotterdam aus werde Öl in Schiffen über den Rhein nach Süden transportiert.

„Ich erwarte eine erhöhte Nachfrage“, sagt Thomas Grebe, Geschäftsführer der Mineralölfirma und Tankstellenkette Grebe & Sohn aus Korbach. Aufgrund der angespannten Versorgungslage könnten die Preise an den Zapfsäulen schon vor dem 1. September ansteigen.

Senkung im Juni erfolgte „stufenweise“

Bei der Einführung des Tankrabatts zum 1. Juni hätten viele Verbraucher mit einer Absenkung der Preise gerechnet und anstehende Betankungen „um einen oder zwei Tage über den Monatswechsel hinaus verzögert“, so Grebe. Die Preissenkungen seien jedoch „erst stufenweise im Rahmen der Wiederbefüllung der Tankstellentanks“ erfolgt. Diese Kombination habe den Ansturm zu Beginn des Monats Juni „sehr gering“ ausfallen lassen.

Umsatz unter Vor-Corona-Niveau

Zum Gesamt-Umsatz berichtet Thomas Grebe: „Wir registrieren in unserer Branche Absätze deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Ob das den Auswirkungen der Corona-Pandemie (mehr Homeoffice, weniger Dienstreisen), der Zunahme des Anteils teil- und vollelektrischer Fahrzeuge im Bestand oder schlicht der konjunkturellen Rahmensituation (Inflation, stark gestiegene Energiepreise) geschuldet ist, kann ich derzeit noch nicht beurteilen.“  

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