Letzter DVD-Verleih in Frankenberg

In Waldeck-Frankenberg gibt es nur noch eine Videothek

Waldeck-Frankenberg. Die klassische Videothek ist ein Auslaufmodell: Im Landkreis gibt es nur noch eine einzige – in Frankenberg.

In den Räumen der Korbacher Movie-Vision-Filiale befindet sich seit diesem Jahr ein orientalisches Lebensmittelgeschäft Ende September schloss die Filiale der Kette in Bad Arolsen.

Ursprünglich hatte Heinrich Gebauer unter dem Dach der HG Medien in Philippsthal bei Bad Hersfeld zehn Filialen betrieben. Übrig geblieben sind nur Läden in Eisenach, Gedern (Vogelsbergkreis) und Dillenburg, wobei nur in Dillenburg der DVD-Verleih das Kerngeschäft bildet. Eine wichtige Einnahmequelle sind in den beiden anderen Städten der Vertrieb von E-Zigaretten. Deren Integration habe das Überleben der Videotheken gesichert, sagt Gebauer.

1999 hat Gebauer in dem Gebäudekomplex an der Landauer Straße den Videoverleih eröffnet. Bis 2005 sei es konstant aufwärts gegangen. Doch mit illegalen Downloads und zuletzt mit den legalen Internetangeboten, wie etwa über Netflix, sei es bergab gegangen. Nach der Bereitstellung von schnellerem Internet Ende in Bad Arolsen ging das Geschäft noch stärker zurück, so der örtliche Mitarbeiter Walter Weidemann.

Was das Erfolgsgeheimnis der Frankenberger Videotheken ist, beantworteten die Betreiber auch nach mehrfacher Anfrage unserer Zeitung nicht. Videotheken sterben deutschlandweit aus. Nach Angaben des Interessenverbandes des Video- und Medienfachhandels in Deutschland gab es Ende 2016 nur noch 914 Videotheken, darunter 65 in Hessen. Zum Vergleich: Kurz nach der Wiedervereinigung, als in fast jeder Ortschaft eine Videothek eröffnete, gab es in Deutschland mehr als 9000. Laut IVD erwirtschaften Videotheken nur noch rund 60 Prozent ihres Umsatzes durch den Verleih von Filmen. Der Rest sind der Verkauf von Getränken, Snacks, Zigaretten, DVDs und der Verkauf und Verleih von Videospielen. 

Die älteste Videothek gibt es in Kassel

Die älteste Videothek Deutschlands steht übrigens in Kassel. Der „VideoFilm-Shop“ an der Erzbergerstraße steht zumindest als solche im Guinness Buch der Rekorde und gilt darüber hinaus als älteste Videothek der Welt. Gründer Eckhard Baum, der in seinem Laden im Sommer 1975 mit dem Verkauf und Tausch von Super-8-Filmen begonnen hatte, betreibt das Geschäft noch heute und hat somit fast alle Konkurrenten überlebt. Heute gibt es im Stadtgebiet nur noch zwei Filialen einer großen Kette – und Eckhard Baum. Dessen Laden wird in Zukunft vom Verein Randfilm betrieben. 

Quelle: HNA

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