Sternstraße statt Stern-Straße

Info-Tafeln statt Strich auf dem Schild

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Frankenberg - Woher hat eigentlich die Sternstraße in Frankenberg ihren Namen? Dieser Frage ging die FZ-Redaktion in ihrer Adventsserie nach. Dass der Name an den jüdischen Lehrer Ferdinand Stern erinnert, wussten bis dahin selbst einige Anwohner nicht.

Infotafeln an den Straßenschildern sollen über die Namensgeber informieren: In drei Zeilen, die unter den Straßenschildern angebracht sind, steht erklärt, wer Ferdinand Stern war. Ähnliche Plaketten hängen seit dieser Woche auch an den Schildern der Tylestraße und der Dillofstraße im Wohngebiet Schräling.

Angestoßen wurden die Schilder mit Erinnerungen an die drei Persönlichkeiten durch einen Artikel in der FZ. Im Dezember stellte diese Zeitung im Rahmen ihrer Adventsserie vor, woher der Name Sternstraße stammt.

Kurz darauf meldete sich Karl-Hermann Völker, der Vorsitzende des Frankenberger Geschichtsvereins, zu Wort. Er erklärte, dass Straßen, die einem Menschen zu Ehren ihren Namen bekamen, eigentlich einen Bindestrich auf dem Schild haben müssten. Statt „Sternstraße“ müsste es also „Stern-Straße“ heißen. Das sei in Deutschland Gang und Gäbe und nur so sei auf den ersten Blick erkennbar, dass es ein Nachname ist. Schließlich werde die „Goethe-Straße“ ganz selbstverständlich mit Bindestrich geschrieben. Eigentlich müsste auch die Frankenberger „Jahnstraße“ einen solchen Strich bekommen.

1994 gaben die Stadtverordneten den drei Straßen im Wohngebiet Schräling die Namen des Frankenberger Lehrers Stern, des Baumeisters Tyle und des Stadtverordneten Samuel Dillof. Ohne Bindestrich. „Da hätten eigentlich die Schildermacher rückfragen müssen, ob das so richtig ist“, sagt Völker. „Die machen sowas ja täglich.“

Auf Völkers Initiative hin suchte die Stadt nach Lösungen. „Wir waren uns schnell einig, dass Namensschilder unter das Straßenschild kommen, um zu erklären, wer hier geehrt wird“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß. Denn der kleine Strich wäre nur mit großem Aufwand in den Straßennamen zu integrieren: Rund 500 Anwohner hätten angeschrieben, Briefköpfe, Straßenkarten, Navigationssysteme und Einträge in Telefonbüchern geändert werden müssen. „Das Problem wird mit den Infoschildern gut gelöst“, bedankt sich Völker bei der Stadt. So werde dem Anspruch, mit der Namensgebung drei Frankenberger Persönlichkeiten zu ehren, genüge getan.

„Dieser Hinweis hat bisher gefehlt“, sagt auch Stadtverordnetenvorsteher Rainer Hesse, der selbst in der Sternstraße wohnt. Er selbst habe aus seiner politischen Tätigkeit heraus gewusst, woher die Straßennamen kommen. „Aber das wussten nicht einmal alle Anwohner.“

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