Rosenthal

Informationsabend zur Zukunft des TSV

- Rosenthal (sg). Der Vorstand des TSV Rosenthal lädt am Samstag zum Informationsabend und zur Diskussion in die Kulturhalle ein. Es geht um die Zukunft des Vereins.

Turnen für Kinder, die Leistungsriegen der Jungen und Mädchen, Jazztanz für Frauen, Gymnastik für Senioren, Fußball, Tischtennis, die ganze Bandbreite der Leichtathletik – wer sich fit halten will, findet beim TSV eine breite Auswahl an Sportarten. Und das Angebot wird angenommen: Mit etwa 860 Mitgliedern ist der TSV der größte Verein in der Burgwaldstadt.

Doch was viele nicht sehen, sind all die Arbeiten im Hintergrund, die Ehrenamtliche leisten, ob als Kassiererin, Linienrichter, Übungsleiterin oder als Spartenvorsitzender. Genau um diese Aufgaben geht es heute um 20 Uhr bei einem Informationsabend im kleinen Saal der Sport- und Kulturhalle: Unter dem Schlagwort „Zukunftssicherung TSV“ will der Vorstand mit allen Interessenten offen darüber diskutieren, wie die Angebote langfristig zu gewährleisten sind.

Das Phänomen kennen viele Vereine, nicht nur in Rosenthal: Im Chor singen? Angeln? Wandern? Sport treiben? Ausflüge unternehmen? Feste feiern? Das nehmen viele gerne wahr, schließlich sind die Vereine die Kulturträger der Dörfer und kleinen Städte. Aber sich ehrenamtlich engagieren und Verantwortung übernehmen? Da winken viele lieber ab.

Der TSV-Vorstand frage sich, woran das liege, berichtet der Vizevorsitzende Friedhelm Hennrich: „Liegt es am System? Oder an unseren Angeboten?“ Darüber soll heute Abend gesprochen werden. Alle sollen sich frei äußern dürfen und Vorschläge zur Diskussion stellen, deshalb habe der Vorstand bewusst einen Termin außerhalb der Jahreshauptversammlungen gewählt. Und eingeladen sind nicht nur die Mitglieder, sondern ausdrücklich „alle Bürger, die am Vereinsleben interessiert sind“. – Manche machen sich mit ihrer Konsumentenhaltung erst gar nicht erst die Mühe, über die Arbeiten ihres Vereins nachzudenken: So wie es Geschäfte zum Einkaufen gibt, haben ihnen auch die Vereine ihre „Schnäppchen“ zu bieten. Dass Fahrten und Turniere organisiert werden wollen? Dass ein regelmäßiger Spielbetrieb im Fußball oder Tischtennis vorbereitet werden muss? Dass es Schiedsrichter braucht? Das Übungsleiter sich ihre Zeit nehmen und sich überdies fortbilden? Dass die Sportstätten auch hergerichtet sein müssen? Dass Vorstände in abendlichen Sitzungen den Organisationsrahmen schaffen und die Finanzierung sichern? Das machen ja andere. Und zwar ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Dass so eine Mentalität durchaus die Zukunft eines Vereins gefährden kann, wissen die Rosenthaler Sportler aus leidiger Erfahrung. Wie berichtet, gab es seit 1987 immer wieder Probleme, einen Vorsitzenden zu finden. Hätten nicht engagierte Leute wie der Ehrenvorsitzende Christian Klingelhöfer, Wilfried Lerch oder Birgit Tripp die Verantwortung übernommen, hätte der Verein womöglich vor der Auflösung gestanden – und das trotz der sportlichen Erfolge und der hohen Akzeptanz der Angebote. Dies zeigt, wie unverzichtbar das Ehrenamt für das Funktionieren eines Vereins ist.

Die Mitglieder dafür zu sensibilisieren und sie zu mobilisieren, sei auch ein Ziel des Abends, betont Friedhelm Hennrich.

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