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Infotafel erinnert in Gemünden an das Haus Gilbert

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Von: Marise Moniac

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Feierliche Enthüllung: Die neue Haustafel mit (von links) Bürgermeister Frank Gleim, Marita Wilberg, geb. Gilbert (ehemalige Bewohnerin) und Dr. Ulrike Sbresny vom Freilichtmuseum Hessenpark.
Feierliche Enthüllung: Die neue Haustafel mit (von links) Bürgermeister Frank Gleim, Marita Wilberg, geb. Gilbert (ehemalige Bewohnerin) und Dr. Ulrike Sbresny vom Freilichtmuseum Hessenpark. © Marise Moniac

Mit einer Tafel wird in Gemünden an das frühere „Haus Gilbert“ erinnert, dessen Frontgiebel in das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach versetzt wurde.

Gemünden – Die Hofstraße unweit von Sport- und Kulturhalle und Evangelischem Gemeindehaus dürfte den meisten Gemündenern ein Begriff sein. Dass auf dem Grundstück der Nummer 10 früher das Haus Gilbert, auch bekannt als Sprenger-Riehlsches Haus, gestanden hat, wissen vermutlich nur noch die älteren.

Das zuletzt extrem baufällige Gebäude stand bereits mehrere Jahre leer, als die Stadt es 1982 erwarb. Aufgrund des schlechten Zustands konnte 1983 allerdings nur der Frontgiebel gerettet und in das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach versetzt werden.

Am Marktplatz des Freilichtmuseums schmückt der Giebel seit 1999 ein ansonsten modernes Ausstellungsgebäude, in dem wechselnde Ausstellungen präsentiert werden. Um die Beziehungen zu den Herkunftsgemeinden der über 100 historischen Häuser im Freilichtmuseum zu intensivieren, hat nun der Hessenpark das Projekt „Haustafeln in den Herkunftsgemeinden“ ins Leben gerufen.

„Im Ortsgedächtnis verankern“

„Wir möchten mit diesen Tafeln die Gebäude im kollektiven Ortsgedächtnis verankern und einen deutlichen Besuchsimpuls setzen“, erklärte Museumsleiter Jens Scheller. In Anwesenheit von Dr. Ulrike Sbresny, Leiterin des Fachbereichs Wissenschaft im Hessenpark, fand jetzt in Gemünden die feierliche Enthüllung der ersten von derzeit hessenweit zehn geplanten Tafeln statt.

„Für uns ist es ein großes Anliegen, die Geschichte der Häuser im Freilichtmuseum zu vermitteln. Dass dies nun auch in der Herkunftsgemeinde selbst geschieht, freut uns sehr“, sagte die Wissenschaftlerin.

„Schade, dass das Haus nicht mehr steht“

Auch Bürgermeister Frank Gleim begrüßte die neue Verbindung zum Hessenpark. „Aus heutiger Sicht ist es schade, dass das Sprengersche Haus nicht mehr steht“, sagte er. „Wir sind aber dankbar, dass mit dem Projekt Haustafeln ein Stück Historie unserer Stadt wieder sichtbar gemacht wird.“

Mit dabei war auch Marita Wilberg, geborene Gilbert, die in dem Haus geboren und aufgewachsen ist. Sie erinnert sich noch gut an das damalige Schuhgeschäft ihres Vaters im Erdgeschoss und schließlich an den Umzug der Familie in den Steinweg im Jahr 1963.

„Uns interessiert sehr, wie die früheren Bewohner unserer Häuser gelebt haben“, sagte Dr. Sbresny, „wie sah ihr Alltag aus, welche Geschichten gibt es über sie? Um das herauszufinden, sind die Menschen unsere wichtigsten Quellen.“

Von Marise Moniac

Gedenktafel in Gemünden: Infotafel zum Fachwerkhaus der Familie Gilbert.
Gedenktafel in Gemünden: Infotafel zum Fachwerkhaus der Familie Gilbert. © Marise Moniac

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