Allendorfer Unternehmen startete Kampagne "Wir sind #Winterfans"

Initiative mit Skiverband: Viessmann will Wintersport nachhaltiger machen

Ohne Schnee: Für die Zuschauer sind solche Bilder ungewohnt, die Skispringer trainieren im Sommer aber längst selbstverständlich auf Matten wie hier in Einsiedeln in der Schweiz. Wegen des Klimawandels wird sogar schon an Ganzjahresweltcups gedacht. 

Allendorf/Eder. Die Firma Viessmann engagiert sich im 25. Jahr als Sponsor im Wintersport. Und macht sich angesichts des Klimawandels nun Gedanken um die Zukunft von Biathlon, Langlauf und Skispringen.

Das Heiz- und Kühltechnikunternehmen hat deshalb eine Initiative gestartet für mehr Nachhaltigkeit im Wintersport. 

„Es ist höchste Zeit, etwas für den Winter zu tun“, heißt es auf der Viessmann-Homepage, die so heißt wie die neue Kampagne des Sportsponsors aus Allendorf: www.wir-sind-winterfans.de. Worum es dabei geht, hat das Unternehmen jetzt am Rande der Skiflug-WM in Oberstdorf erklärt.

Der Klimawandel sei im Wintersport zweifelsfrei zu beobachten, sagt Albrecht von Truchseß, Leiter der Unternehmenskommunikation. „Winter mit Winterwonderland sind keine Selbstverständlichkeit mehr.“ Das Thema Schnee-Management – zum Beispiel die „Übersommerung“ von Schnee in großen Depots – werde immer wichtiger, erzählt Stefan Schwarzbach, Geschäftsführer Marketing des Deutschen Skiverbandes (DSV). „Es wird immer schwieriger, Austragungsorte für Großveranstaltungen wie Olympia zu finden. Gerade die Bevölkerung vor Ort fragt zunehmend nach, inwiefern nachhaltige Aspekte wie der Schutz von Klima und Ressourcen sichergestellt werden“, sagt von Truchseß. „Andererseits sind Veranstaltungen wie das Skispringen in Willingen für eine Region enorm wichtig.“

Am Viessmann-Firmensitz in Allendorf wird mit „Effizienz Plus“ schon lange nachhaltig geheizt und gearbeitet. „Unter anderem dieses Wissen wollen wir auch im Wintersport einbringen“, sagt von Truchseß. Es gebe bereits Gespräche mit Experten aus Sport und Wissenschaft, mit Veranstaltungsorten wie Oberstdorf und Ruhpolding und nicht zuletzt mit den Sportlern selbst. „Als langjähriger Sponsor wollen wir gemeinsam mit Partnern wie dem DSV ein Zeichen setzen.“ Es gehe um die Klimabilanz von Wintersportveranstaltungen, um Ressourcenverbrauch, Energiewende und Umweltschutz. Und weiterhin um eine Grundlage für die Sportler.

Albrecht von Truchseß

„So lange wir von Fernsehgeldern abhängig sind, brauchen wir Sicherheit. Wir können es nicht in Kauf nehmen, dass die Hälfte der Weltcups ausfällt“, sagt DSV-Pressesprecher Florian Schwarz. „Wir nehmen den Umweltaspekt sehr ernst - das beginnt bei der Mülltrennung im Weltcup.“ Der DSV habe einen Umweltberater eingestellt, um Nachhaltigkeit und Akzeptanz zu schaffen. „Die Debatte beginnt erst“, sagt Schwarz.

Horst Hüttel, Sportlicher Leiter des DSV für Skisprung und Nordische Kombination, macht sich für die Sprungdisziplinen wenige Sorgen. „Auch wir wollen winterliche Bedingungen, aber andere Wintersportarten sind noch stärker auf Schnee angewiesen als die Skispringer. Wir haben im Sommer beim Mattenspringen ähnlich gute Bedingungen wie im Winter. Und ich glaube sogar, dass wir in ein paar Jahren Ganzjahresweltcups haben werden.“

Aber natürlich müsse man sich Gedanken um die Klimabilanz machen, wenn 60.000 Zuschauer mit dem Auto zum Abfahrts-Weltcup nach Kitzbühel fahren, sagt Hüttel.

Die Winterspiele in Südkorea

Auch bei den Winterspielen vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang in Südkorea werde ein großer Teil des CO2-Ausstoßes auf die An- und Abreise von Athleten und Zuschauern entfallen – nicht auf die Wettbewerbe, sagen Experten. Laut DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach werden sogar Matratzen für die Athleten und eine 1,5 Tonnen schwere Schleifmaschine für die Skier nach Südkorea verschifft.

Viessmann zahle als Ausgleich zumindest für „seine“ Sportler die Klimaabgabe für die Reise nach Südkorea. „Das ist ein erster kleiner Schritt, mit dem wir aber zeigen wollen, dass jeder bereits durch einfache Maßnahmen seine persönliche Klimabilanz verbessern kann“, sagt Albrecht von Truchseß. „Wir stehen hier noch am Anfang. Aber wir sind sicher, dass wir mit starken Partnern wirksame Lösungen für einen nachhaltigeren Wintersport entwickeln können.“

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