Frankenberger Firma bei Messe in Dubai

"Inox" unterwegs zu neuen Märkten

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Klaus Blaschke (links) und Halil Alpaslan in der neuen Halle, die direkt an eine bestehende Halle der alten Stuhlfabrik Stoelcker angebaut wurde. Insgesamt hat die Firma eine Million Euro in neue Maschinen und das neue Gebäude investiert.Foto: Mark Adel

Frankenberg - Die Firma Inox ist in Dubai auf großes Interesse an ihren Produkten gestoßen. Der Markt ist riesig: Geschliffene Edelstahlbleche aus Frankenberg könnten sowohl an Fassaden als auch im Interieur von Häusern im fernen Osten verbaut werden.

Die „Big 5“ gilt als Leitmesse in der Bauindustrie für die Golfstaaten im mittleren Osten. Auf einem hessischen Gemeinschaftsstand wurden die hochwertigen und designorientierten Edelstahlbleche ausgestellt. Die Big 5 ist eine internationale Messe die sich mit dem Thema Bau beschäftigt und somit Planer, Architekten und produzierendes Gewerbe in verschiedensten Industriezweigen anspricht.

Die Inox-Produkte stießen auf großes Interesse für den Einsatz an Fassaden, Verkleidungen, Türen, Küchen, Fußböden, in der Aufzugstechnik und noch vielen anderen Bereichen. „Das Volumen, das im mittleren Osten in den nächsten Jahren an Investitionen geplant ist, ist gigantisch und für europäische Verhältnisse fast nicht vorstellbar“, sagt Geschäftsführer Klaus Blaschke, der zusammen mit Halil Alpaslan Inox 1999 gegründet hat. Unter anderem wegen der Expo 2020 in Dubai, der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar und verschiedener anderer Großprojekten steigt der Bedarf geschliffenen und geprägten Edelstahl- und Aluminiumblechen.

Vor allem der Wunsch nach individuellem Edelstahl-Design habe das Interesse am Inox-Stand geweckt. „Die Technik und die Bandbreite, die wir bieten, ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Klaus Blaschke. Ein solcher Designschliff sei den Besuchern zuvor unbekannt gewesen.

Die geschliffenen Inox-Produkte sind unter anderem als Designelemente in den Porsche-Modellen Panamera und Macan zu finden. Ein weiterer aktueller Auftrag ist die Herstellung der Dekore für den Messestand des Uhrenherstellers Rolex. Designbleche wurden unter anderem für Hausfassaden von Gebäuden in Norwegen und in der Schweiz gefertigt.

Bisher liegt der Export-Anteil bei etwa 35 Prozent. Klaus Blaschke geht davon aus, der die Quote steigt. Es war die erste Teilnahme an einer ausländischen Messe. „Wir haben tolle Produkte, die jedem gefallen“, sagt Halil Alpaslan. „So entstand die Idee, das auch international zu präsentieren.“ Inox nahm zusammen mit sieben weiteren hessischen Unternehmen an der Messe teil. „Wir haben in verschiedene Länder wie die Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien, Kuwait, Katar und den Oman Kontakte geknüpft und auch schon erste Angebot abgegeben“, erkärt Alpaslan.

Zunächst wollen sich die Inox-Chefs darum bemühen, dauerhaft im mittleren Osten präsent zu sein und Firmen suchen, die ihre Produkte vertreiben.

Inox-Schleiftechnik hat in diesem Jahr die Produktionsfläche um 500 Quadratmeter erweitert und verfügt jetzt über insgesamt 2500 Quadratmeter. Im September wurde die Produktionshalle bezogen, wo mehrschichtig geschliffen, gebürstet, geprägt und foliert wird. Der Hallenneubau kostete 500000 Euro, die gleiche Summe steckte Inox in neue Maschinen. Es war die bislang größte Investition seit Gründung der Firma im Jahr 1999.

Blaschke und Alpaslan versprechen sich davon eine größere Produktivität. „Die Weichen für die Zukunft sind gestellt“, sagt Alpaslan. Der Mitarbeiterstand bleibt unverändert bei 20, darunter zwei Auszubildende. Inox bearbeitet hochwertige Oberflächen (Edelstahl kalt- und warmgewalzt, Aluminium, Buntmetalle), die individuell auf den Kunden zugeschnitten werden. Dabei zeichnet sich das Unternehmen durch den Einsatz besonders innovativer Design-Schleiftechniken aus. Der Umsatz beläuft sich in diesem Jahr auf 1,5 Millionen und damit etwa auf Vorjahresniveau.

Im nächsten Jahr wollen Blaschke und Alpaslan auf Messen in Düsseldorf und Hannover ausstellen – und natürlich auch wieder in Dubai.

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