Neubau von Vitos Haina

Integration dank Nähe zur Gemeinde

+

Haina (Kloster) - Schmucke Neubauten, ein parkähnliches Grundstück und Nähe zum Dorfkern: Vitos Haina hat gestern die neue Einrichtung der Begleitenden psychiatrischen Dienste eröffnet.

Es war ein langer und oft steiniger Weg bis zur Eröffnung, waren sich die Redner beim Empfang unter freiem Himmel einig. Ab 2008 seien die Planungen konkret geworden, berichtete Ralf Schulz, Geschäftsführer von Vitos Haina. Das Ziel sei trotz einiger Hindernisse nie aus den Augen verloren worden. „Was wir erreicht haben, kann sich sehen lassen.“ Die Vitos Begleitenden psychiatrischen Dienste, kurz BPD, bieten psychisch kranken Menschen unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten, damit sie in weitgehender Normalität leben können.

Kosten: 4,49 Millionen Euro

Der Neubau befindet sich nicht innerhalb der Klostermauern, sondern in zentraler Lage in Haina. Das soll die Integration und Inklusion erleichtern. Bewohner und Mitarbeiter würden profitieren, sagte Ralf Schulz. Die Patienten würden „dem Leben in der Gemeinde nähergebracht“, erläuterte er. Die Anlage besteht aus zwei Häusern für Wohngruppen mit rund 20 Bewohnern sowie einem barrierefrei zugänglichem Haus mit weiteren 24 Patienten. Diese Räume werden von pflegebedürftigen Klienten bewohnt – bislang mussten ältere Bewohner in Heime umziehen, wenn sie pflegebedürftig wurden. Eins der beiden Wohnhäuser ist eine sogenannte geschützte Einrichtung, die zum Teil auch von Klienten mit Unterbringungsbeschluss bewohnt wird. Die Bewohner waren bislang auf unterschiedliche Wohngruppen und Gebäude verteilt. Schulz würdigte das Engagement der Mitarbeiter beim Bau. Beim Umzug in der vergangenen Woche hätten sogar Familienangehörige geholfen. Insgesamt hat Vitos 4,49 Millionen Euro investiert. Geplant ist noch der Bau von Stallungen und Gehegen der tiergestützten Therapie. Der Kunst- und Sinnesgarten ist ebenfalls noch nicht fertiggestellt, die Kunstobjekte befinden sich zum Teil noch in den Werkstätten. Doch schon verbreitet die Einrichtung Wohlfühl-Flair mit mediterran anmutender Gartengestaltung.

Ein „innovatives Modell“

Reinhard Belling, Geschäftsführer der Vitos-Holding, bezeichnete die Einrichtung als „innovatives Modell“, die Lebensqualität und Selbstständigkeit fördere und die Integration der Bewohner erleichtere. „Wir können eine Versorgungslücke schließen.“ Er hofft, dass auch die Bevölkerung die Parkanlage nutzt. Der therapeutische Leiter Erwin Gruber verglich die Entstehung mit einem Marathonlauf: „Man geht an den Start und weiß nicht, ob man das Ziel erreichen wird.“ Auch er hofft, dass die Bürger die „neue Mitte“ Hainas annehmen. Bürgermeister Rudolf Backhaus sieht diese Nähe zur Bevölkerung als einen Standortvorteil, der wohl auch zu der Entscheidung geführt habe, in Haina zu bauen. „Es gab Konkurrenz“, erinnerte er.Das weiß auch Landrat Reinhard Kubat aus seiner Zeit als Frankenauer Bürgermeister, denn damals – im Jahr 2005 – hatte sich auch die Ziegenbockstadt beworben. „Es ist der richtige Standort“, betonte er gestern und ergänzte, dass Vitos der drittgrößte Arbeitgeber nach Viessmann und Continental im Landkreis sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare