Edertalschule startet gemeinsam mit Zentrum für Mathematik einen regelmäßigen „MatheTreff 3456“

Interesse wecken und Begabte fördern

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Der „MatheTreff“ in Frankenberg; hinten von links: die Gymnasiallehrer Lea Böcher, Oliver Blinn und der Leiter des naturwissenschaftlichen Fachbereichs Helmuth Göttlich, der stellvertretende Schulleiter der Edertalschule Uwe Neumann, Berater Caine Konnerth von der Frankenberger Bank, der Vorstandsvorsitzende der Frankenberger Bank Ralf Schmitt sowie Peter Prewitz, Vorstandssprecher des Zentrums für Mathematik mit den Schülern aus dem Frankenberger Land. Fotos: Dorothea Wagener

Frankenberg - Dass Mathematik weit mehr bedeutet als Rechnen und dass logisches Denken und analytisches Vorgehen erlernbar sind, das finden zurzeit 15 Kinder aus dem Frankenberger Land heraus. Sie sind Teilnehmer des Kurses „MatheTreff 3456“.

In der Vorstellungsrunde bringen es die Mädchen und Jungen auf den Punkt: „Ich bin hier, weil ich die Mathematik neu entdecken möchte, damit mir der Unterricht wieder Spaß macht.“ Etwa die Hälfte der Teilnehmer besucht die Edertalschule, die anderen kommen von den umliegenden Grundschulen. Einige berichten, dass sie Mathematikunterricht langweilig finden.

Ältere Schüler einbinden

„Dem wollen wir entgegenwirken“, sagt Oliver Blinn, Mathematiklehrer der Edertalschule und Leiter des neuen „MatheTreff“-Standortes Frankenberg. „Mit dem Projekt wollen wir jüngeren Schülern aus den Klassen drei bis sechs eine Möglichkeit bieten, sich auch außerhalb des Unterrichts mit Mathematik zu beschäftigen.“ Ziel sei einerseits die Förderung mathematisch begabter und interessierter Kinder, andererseits sollen die Schüler Kompetenzen erwerben wie das Entwickeln und Anwenden von Problemlösestrategien sowie Teamfähigkeit.“ Zum ersten Mal ist dies in dieser Form in Frankenberg möglich. Tatkräftig unterstützt wird Blinn dabei von seiner Kollegin und Mathematiklehrerin Lea Böcher. Geplant ist auch, dass bei künftigen „MatheTreffs“ Schüler höherer Jahrgangsstufen der Edertalschule zum Coachen der jungen Teilnehmer kommen.

Veranstalter des Projektes ist das Zentrum für Mathematik in Bensheim, das sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen anzusprechen, die aufgrund hoher Kompetenzen im Mathematikunterricht unterfordert sind. Begabte Kinder fallen unter anderem dadurch auf, dass sie meistens gut abstrakt denken können, kreative und ungewöhnliche Lösungswege verfolgen und an einer fesselnden Aufgabe auch über längere Zeit arbeiten können.

Um diese Begabung zu fordern und zu fördern, arbeiten die Kinder in kleinen Gruppen an ausgewählten Fragestellungen und beschäftigen sich mit durchaus herausfordernden mathematischen Problemen.

Der Anspruch des „MatheTreffs 3456“ ist auch das Erlernen von praktischen Fertigkeiten, die in anderen Bereichen anwendbar sind, wie zum Beispiel in der Finanzwelt: „Ihr seid hier in einer Bank. Wir rechnen auch den ganzen Tag“, sagt Caine Konnerth, Bankberater der Frankenberger Bank, in dessen Konferenzraum vier der fünf Termine dieser Staffel stattfinden, die jeweils zwei Stunden dauern. Am Ende bekommen die Kinder ein Zertifikat. Sie können jederzeit auch die Teilnahme wiederholen.

Austausch mit Kollegen

Getreu dem Goethe-Motto „Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun“ möchte Blinn den mathematischen Bereich in der Edertalschule weiterentwickeln, Konzepte zur Begabtenförderung umsetzen und möglichst für alle Altersstufen Projekte anbieten.

Außerdem hat Blinn einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, bei dem sich Kollegen der Grund- und weiterführenden Schulen treffen, um den Kindern in mathematischer Hinsicht einen leichteren Übergang zu ermöglichen. Der „MatheTreff“ soll dies unterstützen, damit die Schüler den Spaß an der Mathematik wiedergewinnen und beibehalten. Und das hat schon beim ersten Treffen in Frankenberg geklappt: Die 15 Kinder waren voll bei der Sache und freuen sich schon auf die nächsten mathematischen Herausforderungen.

Von Dorothea Wagener

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