Interview mit Musiklehrer: Rechtsrock unter Jugendlichen verbreitet

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In Aktion: Michael Kaspar macht selbst in Bands Musik als Bassist und Gitarrist.

Frankenberg. Heute sehen mehrere hundert Schüler in Frankenberg einen Dokumentarfilm über die illegale Neonazi-Musikszene. Rechtsrock wird auch von Jugendlichen im Frankenberger Land gehört.

Titel von Bands mit Namen wie Nordfront oder Stahlgewitter, die zu Ausländerfeindlichkeit aufrufen und das Dritte Reich verherrlichen, machen auch auf heimischen Schulhöfen die Runde, viele Titel werden aus dem Internet runtergeladen. Wir haben mit Michael Kaspar, Musiklehrer an der Realschschule Burgwaldschule, über das Phänomen gesprochen.

Herr Kaspar, Sie unterrichten vier 9. Klassen an der Burgwaldschule und haben mit den Schülern das Thema „Rechtsradikale Musik“ besprochen. Wie verbreitet ist denn diese Musik unter Jugendlichen?

Michael Kaspar: Ich habe die Schüler im Vorfeld der ersten Unterrichtsstunde gefragt, ob sie rechtsradikale Musik hören oder auch als MP3-Dateien oder CDs besitzen und mir diese für die Unterrichtseinheit zur Verfügung stellen können. Ich erhielt innerhalb kürzester Zeit eine große Menge von Titeln. Das hat mich erstaunt und erschreckt. Man glaubt gar nicht, wie viele Kinder und Jugendliche diese Musik haben.

Was sind das für Bands und über was singen sie?

Kaspar: Es sind Dutzende von Bands, deren Namen ich vorher noch nie gehört habe. Zum Beispiel „Kategorie C“, „Stahlgewitter“ oder „Nordfront“ mit Titel wie „Das Reich kommt wieder“, „Türkenmäuschen“ oder „Nigger“.

Das sind ja sehr eindeutig rechtsradikale Inhalte.

 Kaspar: Ja! Aber nicht jeder, der diese Musik hört, ist gleich ein Neonazi.

Warum hören die Jugendliche sie dann?

Kaspar: Da ist der Reiz des Verbotenen dabei. Das spielt gerade bei Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren eine große Rolle. Meist steht die Musik, nicht der Text, im Vordergrund. Sie besteht meist nur aus wenigen Akkorden, ist schnell und aggressiv. Das lässt sich gut mitgrölen und man kann sich beim Tanzen austoben. Oft wird Pogo getanzt, dabei rempelt man sich gegenseitig heftig an.

Von Martina Biedenbach

Das vollständige Interview lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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