Frankenberg

Investor will Einkaufszentrum bauen

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- Frankenberg (rou). Die Interessenten stünden Schlange, verkündete Christian Engelhardt nach dem Ausstieg der Investorengruppe Rosco vor acht Wochen. Glauben wollte aber so recht niemand daran, dass es doch noch etwas geben könnte mit der Eder-Galerie in Frankenberg. Doch es sieht so aus, als ob der Bürgermeister den Mund nicht zu voll genommen hat.

An eine erfolgreiche Galerie-Planung von Rosco hatte selbst der Bürgermeister schon lange nicht mehr geglaubt. Aus dieser Einschätzung machte Christian Engelhardt auch keinen Hehl. Er sei froh, dass sich Rosco endgültig erklärt habe, sagte er im Januar gegenüber unserer Zeitung. „Jetzt ist der offizielle Schlussstrich gezogen.“ Einen Beinbruch sehe er im Ausstieg des Bad Hersfelder Investors aus der Galerie-Planung ohnehin nicht, hieß es damals. „Ich werde mit anderen sprechen“, kündigte er im Januar an und betonte später, dass es mehrere Interessenten gebe. Und seinen Worten ließ er Taten folgen, wie Jens Greguhn auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt hat.

Greguhn ist Projektentwickler für die Ten-Brinke-Gruppe, die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Zu den Geschäftsfeldern zählt unter anderem die Planung, der Bau, die Finanzierung sowie die Verwaltung von Einkaufszentren. In Kontakt stünden er und Engelhardt seit geraumer Zeit, versichert Greguhn. Auch während der Immobilienmesse „Expo Real“ in München seien sie im Dialog gewesen. In ernsthafte Verhandlungen sind Engelhardt und Greguhn aber erst eingestiegen, als der Rosco-Ausstieg beschlossene Sache war. „Wir agieren seriös am Markt“, begründet der Projektleiter die zögerliche Haltung, trotz des bereits zu diesem Zeitpunkt großen Interesses an Frankenberg.

Inzwischen ist Greguhn in die konkreten Verhandlungen eingestiegen, nicht mit Engelhardt, sondern mit den Eigentümern der Grundstücke im Kreuzungsbereich der Röddenauer Straße und der Siegener Straße. Vorverträge wurden inzwischen mit zwei Immobilienbesitzern geschlossen, Gespräche mit weiteren stünden noch aus. Die Verhandlungen seien nicht einfach, erläutert Greguhn und begründet dies mit der Vorgeschichte der Vermarktung des Industrieareals. Es sei „verbrannte Erde“ hinterlassen worden, sagt der Projektentwickler und stellte zugleich klar, dass Rosco durchaus ein seriöser Wettbewerber sei. „Es gelingen nicht immer alle Projekte.“ In Frankenberg gelte es nun, bei den noch unentschlossenen Grundstückseigentümern ein Bewusstsein zu schaffen, „dass wir mit einem schlüssigen Konzept“ antreten. In kleinen Schritten würde der Weg zum Bau eines Einkaufszentrums nun verfolgt.

Die Rahmenbedingungen für die Realisierung eines solchen Vorhabens bezeichnet Jens Greguhn als ideal. „Es gibt einen rechtskräftigen Bebauungsplan, die Sortimente sind bereits festgesetzt. Wenn wir uns mit allen Grundstückseigentümern einigen, steht einer schneller Umsetzung nichts im Weg.“ Er halte es nicht für unwahrscheinlich, dass „wir im Spätsommer oder Herbst 2012 mit dem Bau loslegen können, wenn sich denn in der Vorplanung keine größeren Probleme ergeben.“ Bei einem Einkaufszentrum dieser Größe sei dann mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr zu rechnen. Parallel zu den Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern führe er auch Gespräche mit potenziellen Mietern. „Unser Ziel ist es, hochwertige Sortimente anzusiedeln.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 16. März

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