Kompromiss in Löhlbach gefunden

Investoren senken Zahl der Plätze für Asylbewerberheim

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Das Gasthaus Möller im Löhlbacher Ortskern wird zu einem Heim für Asylbewerber umgebaut. Sowohl die Anwohner im direkten Umfeld als auch die Gemeindegremien hatten eine geringere Belegung gefordert als die Investoren ursprünglich vorgesehen hatten – mit Erfolg.Archivfoto: Andrea Pauly

Haina-Löhlbach - Die Proteste von Gemeinde, Ortsbeirat und Anwohnern haben Wirkung gezeigt: Die Investoren, die das Gasthaus Möller zu einem Heim für Asylbewerber umbauen wollen, reduzieren die Zahl der Plätze. Außerdem soll ein Hausmeister für Ordnung sorgen.

Es ist ein klassischer Kompromiss: Geplant waren 42 Plätze für Asylbewerber, die Anwohner und die Gemeinde hatten etwa 20 Personen als angemessen betrachtet (wir berichteten); tatsächlich sollen es nun 33 werden.

Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Bürgermeister Rudolf Backhaus, dem Ersten Beigeordneten Hermann Möller und den beiden künftigen Betreibern der Sammelunterkunft für Asylsuchende in Löhlbach, Holger Kaiser und Armin Wagner. Zweck der Besprechung war es, möglichst eine vernünftige Grundlage für den künftigen Betrieb zu finden.

Vorausgegangen war eine Protestwelle gegen die Pläne: Dabei ging es nicht darum, die Asylbewerber an sich nicht im Dorf zu wollen. Die angekündigte Bettenzahl von 42 hatte die Stimmung im Dorf jedoch sehr aufgeheizt. Aufgrund der engen Bebauung und der fehlenden Außenflächen wie einem Vorplatz oder einem Garten sorgten sich die Anwohner im unmittelbaren Umfeld um Ruhe und Ordnung.

In dem Gespräch kamen die Beteiligten überein, dass im Sinne der „sozialen Verträglichkeit“ die Betreiber auf den Umbau des großen Saales und somit auf die Unterbringung von zehn zusätzlichen Personen verzichten. Auf dieser Basis sollen in dem Gasthaus nicht 42, sondern nur 33 Personen untergebracht werden. Durch den Erhalt des Saals besteht zudem dann die Möglichkeit, den künftigen Bewohnen einige Freizeitangebote wie zum Beispiel eine Tischtennisplatte anbieten zu können.

Die Zustimmung zum neu vereinbarten Nutzungskonzept hat der Landkreis nach Angaben von Rudolf Backhaus bereits gegeben. Auch die Fachbehörde zeige sich über den erzielten Kompromiss erfreut, der die Interessen aller Seiten berücksichtige, teilt Backhaus mit.

„Das ist zwar immer noch eine hohe Zahl“, betont der Bürgermeister. Aber er habe auch Verständnis, dass es inzwischen Verträge mit dem Landkreis gibt und andererseits die Wirtschaftlichkeit für die Betreiber gegeben sein muss.

Für beide Seiten sei es nun wichtig, einen geordneten Betrieb in Gang zu setzen. Damit das problemlos ablaufen soll, beabsichtigen die Betreiber einen Hausmeister vor Ort zu beschäftigen, der täglich nach dem Rechten sehen soll und der Gemeinde aber auch den Nachbarn als direkte Kontaktperson zur Verfügung stehen soll.

Nach aktuellem Planungsstand beginnen die Arbeiten am Innenausbau in Kürze - nach Vorlage der Nutzungsgenehmigung. Die Belegung mit ersten Asylbewerbern erfolgt voraussichtlich bereits am 1. Juni.

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