Gemünden: Jungzüchter aus zwei Landkreisen messen sich im Kühefrisieren

Irokesenschnitt für die Schwarzbunte

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- Gemünden-Herbelhausen (gl). Auch eine Kuh muss schön sein, insbesondere wenn sie verkauft werden soll. Um das zu üben – und ihr Können unter Beweis zu stellen –, treten alljährlich Jungzüchter im Scherwettbewerb gegeneinander an.

Geduldig stehen die jungen Damen in Reihe und Glied. Es hat zehn, vielleicht zwölf Grad und gleich sollen sie ihre Haarpracht hergeben. Die Zwei- bis Vierjährigen sollen schick gemacht werden – besonders ihre Euter. Als 30 Schermaschinen zeitgleich anspringen, werden doch einige der Kühe von Claudia und Reinhard Löwer aus Herbelhausen nervös. Auf dem Hof der Löwers findet diesmal der Scherwettbewerb der Jungzüchter aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf statt, den diese seit ihrer Gründung vor 30 Jahren regelmäßig zwischen den Jahren ausrichten.

Genau 100 Minuten haben die jungen Landwirte – teils Nachwuchs von Bauernfamilien, teils Lehrlinge von Höfen aus der Region – Zeit, das ihnen zugewiesene Tier auf Verkaufsniveau zu trimmen. Trimmen im Sinne des Wortes: Mit Schermaschinen, die einen Friseur erschrecken würden, bearbeiten die höchstens 25 Jahre alten Teilnehmer die Kühe. Die meisten Tiere genießen die Prozedur. Nur am Kopf sind viele Rinder offenbar empfindlich: Das eine oder andere Muhen können sie sich nicht verkneifen, einige Tiere wollen Reißaus nehmen, doch ein Strick verhindert das.

Für die Neulinge im Wettbewerb hat Löwer eigens die älteren, etwas ruhigeren Kühe herausgesucht, sagt Ute Ermentraudt von der Korbacher Beratungsstelle des hessischen Landesbetriebs Landwirtschaft. Das war ein Schritt, den Zugang zum Wettbewerb für die ganz jungen Teilnehmer attraktiver zu machen. Ein anderer war die Einführung der Kategorie „Newcomer“.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 29. Dezember

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