Andreas Kautz fotografiert Helikopter

Auf der Jagd nach dem besonderen Bild

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Die Kamera hat Andreas Kautz aus Bromskirchen ständig dabei – immer auf der Suche nach einem Helikopter.Foto: Malte Glotz

Bromskirchen - Andreas Kautz ist nicht nur Bromskirchens stellvertretender Gemeindebrandinspektor, sondern auch „Spotter“ - immer auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Foto von einem außergewöhnlichen Helikopter.

Für jemanden, der Helikopter liebt, hat Andreas Kautz aus Bromskirchen wahrscheinlich den zweitbesten Job der Welt. Der beste dürfte Hubschrauber-Pilot sein - von denen kennt Kautz viele. Er selbst forscht am Marburger Universitätsklinikum, gleich neben dem Hubschrauberlandeplatz. Dort hat er 2009 erste Bilder von Helikoptern geschossen, inzwischen hat er die Fotografie zu seinem Hobby gemacht; mit beeindruckenden Ergebnissen.

„Ich habe mich schon als Kind für Hubschrauber interessiert“, erzählt er. Er erinnert sich, als während eines Nato-Manövers amerikanische Soldaten mit ihren Kampfhelikoptern bei Bromskirchen landeten. „Wir haben dann so getan, als wenn wir auf die schießen. Und sie haben ihr Kanonenrohr auf uns gerichtet“, sagt er und grinst. Den ersten Rettungshelikopter, den er selbst gesehen hat, war Christoph 7 - heute ein häufiges Modell auf seinen Fotos.

Seine Helikopter-Leidenschaft fotografisch umzusetzen begann Kautz in Bonn, als er am dortigen Universitätsklinikum arbeitete und fast täglich Hubschraubern begegnete. Einer seiner Kollegen machte Fotos von den fliegenden Maschinen. „Ich begann dann Videos zu drehen, und er fotografierte, so ergänzten wir uns ein wenig.“ Doch irgendwann fand Kautz die Bilder beeindruckender als verwackelte Video-Bilder. Also begann auch er mit dem Knipsen. „Damals war es wirklich mehr Knipsen, heute mache ich mir Gedanken bei jedem Bild“, erzählt der 33-jährige Familienvater.

Das ist seinen Bildern anzusehen. Hinter vielen steckt unausweichlich eine menschliche Tragödie, „denn der Rettungshelikopter kommt ja nicht einfach so“. Dennoch bestechen die Fotos mit einer gewissen Ästhetik, teilweise mit einer ganz eigenen Gelassenheit, der die Hektik des Einsatzes, der oftmals um die Maschine herum stattfindet, nicht anzumerken ist. Seine Fotos leben von Lichtstimmungen und dem Zauber des Augenblicks, ebenso wie von der Faszination der schwebenden Kolosse.

Dafür war viel Übung nötig: „Am Anfang waren die Rotorblätter immer wie festgefroren, die Helikopter wie an den Himmel genagelt“, sagt der Bromskirchener. Als er eine richtige Spiegelreflexkamera anschaffte, begann er mit den Einstellungen zu spielen. „Heute weiß ich bei vielen Hubschrauber-Modellen, wie lange ich belichten muss, damit die Rotorblätter leicht verwischen“, sagt er.

Auch ist er inzwischen davon ab, jedes Modell, jeden Einsatz fotografieren zu müssen: „Bei der Arbeit gehe ich nicht mehr jedes Mal raus, wenn einer im Anflug ist“. Am Marburger Klinikum herrscht an manchen Tagen ein reges Kommen und Gehen. „Ich gehe oft nur noch hin, wenn ein seltener Heli kommt oder ich den Piloten kenne“, sagt Kautz. Dann entstünden oftmals spannende, zum Teil humorvolle Aufnahmen - Verarbeitung dessen, was die Piloten in ihrem Berufsalltag täglich erleben müssen, schätzt er.

Mit seinen Fotos hat Kautz bereits einige Berühmtheit erlangt. In Internetforen erhält er von Gleichgesinnten viele positive Rückmeldungen. Und seine Werke werden gedruckt: 2011 hatte er Fotos im Jahreskalender von Christoph 7. Dieses Jahr hat er es in den der ADAC-Luftrettung geschafft. „Man schickt da Fotos hin und hofft. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn dann wirklich ein Bild von dir selbst drin ist“, beschreibt er die Freude, die er empfunden hat, als er von dieser ganz besonderen Würdigung seiner Arbeit erfahren hat.

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