Jubiläumsveranstaltung am 18. Mai

Vor 100 Jahren wurde Wohratal-Kellerwald-Bahn eröffnet

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„Gott grüße dich, Wohratal“: In großen Lettern stand dieser Gruß vorn an der Lokomotive, die am 30. April 1914 den ersten Zug durch das Wohratal nach Gemünden brachte. Dem Zug entstiegen Mitglieder der Regierung und der Eisenbahn-Direktion, welche die Abnahme der Strecke vorgenommen hatten. Auf der Strecke befanden sich folgende Stationen: Gemünden, Gemünden-Süd, Wohra, Halsdorf, Ernsthausen-Wambach, Rauschenberg, Haardtmühle und Kirchhain. Foto: nh

Gemünden. Der Eröffnungszug der Wohratal-Kellerwald-Bahn rollte am 1. Mai 1914 bei der ersten Fahrt vom Bahnhof Kirchhain bis nach Zimmersrode. Für unsere Vorfahren war das eine äußerst turbulente Zeit, denn nur wenige Wochen später begann auch der Erste Weltkrieg.

Die Eröffnung der – heute nicht mehr existierenden – Eisenbahnstrecke vor 100 Jahren wird jetzt gefeiert. Die Eisenbahnfreunde Kirchhain, denen auch Wolfgang Sommer und Uwe Kraft aus Gemünden angehören, weisen auf die beiden geplanten Jubiläumsaktivitäten hin: 18. Mai: ab 11 Uhr Jubiläumsveranstaltung im und am Alten Bahnhof mit Film- und Fotobeiträgen, Flohmarkt des Modellbauclubs Gemünden und weiteren Aktivitäten.

Bahnhöfe und Haltestellen gab es einst in Kirchhain, Himmelsberg, Rauschenberg, Emsthausen-Wambach, Halsdorf, Wohra, Gemünden Süd und Gemünden-Bahnhof, Gilserberg, Densberg, Jesberg, Reptich, Bischhausen und Zimmersrode.

Als Fortschritt für die Anwohner konnte man das infrastrukturelle Großereignis damals werten. Nachdem im Sommer 1909 die Bauarbeiten begonnen hatten, galt es fünf Jahre lang für die Bauarbeitertrupps, umfangreiche Erdbewegungen (überwiegend mit Hacke und Schippe) und Dammaufschüttungen zu bewältigen, bevor dann endlich das Gleisbett gelegt werden konnte.

Eisenbahnerfamilien kamen in unsere Gegend, Firmen und Betriebe konnten den Güter- und Warentransport nutzen – und vor allem die Fahrgäste wussten den Vorteil der Verbindungen in Richtung Kassel oder Frankfurt entlang der Nebenstrecke zur Hauptverbindung Frankfurt - Kassel zu nutzen.

Heute erinnert neben einigen Bauwerken, wie etwa der schön restaurierte Gemündener Bahnhof und einige Brückenbauwerke, nicht mehr viel an das abgeschlossene Kapitel mittel- und nordhessischer Eisenbahngeschichte.

Der Personenverkehr wurde im Mai 1972 eingestellt. Güter wurden noch zehn Jahre länger auf der Strecke transportiert, bevor das endgültige Aus für das Kapitel Bahngeschichte in unserer Heimat besiegelt war. (nh/jun)

Quelle: HNA

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