Frankenau

Jahrzehnte alter Pfusch am Bau

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- Frankenau (gl). Es war ein Bild des Schreckens, das Ingenieur Manfred Quehl den Frankenauer Stadtverordneten präsentierte: Knapp 40 Jahre lang haben Kinder in einem völlig unzulänglichen Gebäude gespielt.

Was für ein Glück für die jüngsten Frankenauer, dass ihr Kindergarten umgebaut wird – was für ein Glück, dass all die Mängel, die das derzeitige Gebäude hat, niemandem einen ernsthaften Schaden zugefügt haben. Das sagt auch Ingenieur Manfred Quehl. Der war wegen einer Anfrage der SPD-Fraktion zum Stand der Renovierungsarbeiten des Kindergartens in der Sitzung der Stadtverordneten am Dienstag in der Kellerwaldhalle. Was Quehl zu sagen hatte, schockierte die Parlamentarier.Dass der Umbau etwa einen Monat später fertig werden soll, als geplant, weil die Genehmigung des Bauamtes erst Mitte August vorlag, geriet fast zur Nebensache. Auch, dass mit Mehrkosten von etwa 50 000 Euro gerechnet werden muss – denn die sind teilweise förderfähig und zudem auf Mängel zurückzuführen, die laut Quehl im Voraus unmöglich zu kalkulieren gewesen seien.

Das Dach etwa: Es ist laut Quehl dicht, dennoch dringt im Bereich der Lichtschächte Wasser in den Kindergarten. Der Grund sei eine Fehlkonstruktion, die „Holzkonstruktion entspricht nicht den statischen Bedürfnissen“. Es ist also labil, sei zudem falsch vernagelt. Der Aufwand für Material und Arbeitslohn zur Ausbesserung, der sogenannten „Ertüchtigung“, sei laut Quehl nicht geringer als der komplette Neubau des Flachdachs. Er habe mit einem Statiker, einem Maurer und Frankenaus Bauamtsleiter Thomas Tönges das Gebäude besichtigt. Es sei vieles anders ausgeführt worden, als in den alten Unterlagen beschrieben. „Ja, das ist Pfusch“, bestätigte Quehl auf FZ-Anfrage.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 14. September

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