Schlagerstar besucht FZ-Redaktion: Flippers-Sänger Olaf Maolopski ist mit 65 Jahren noch nicht müde

Jetzt flippert er eben alleine weiter - Video online

Frankenberg - Für die Fans war es ein herber Schlag: Nach 44 Jahren auf der Bühne haben sich die Flippers voriges Jahr aufgelöst. Sie galten als die erfolgreichsten Schlagersänger Deutschlands, ihre toupierten Haare und die bunten Glitzeranzüge sind Kult. Einer der drei Stars kehrt nun zurück auf die Bühne: Olaf Malolepski geht im November auf Tournee. Am Mittwoch besuchte er die WLZ-FZ-Redaktion in Frankenberg, wo Johannes Fuhr ein Interview mit ihm führte.

Mit seiner ersten Solo-Tournee nach den Flippers ist Olaf Malolepski im November in ganz Deutschland unterwegs. An mehreren der Konzerten ist der Gemündener Veranstalter „Depro Concert“ beteiligt. Dreimal tritt der Schlagerstar in Hessen auf: am 8. November im Rhein-Main-Theater in Niedernhausen, am 17. November in der Stadthalle in Kassel und am 22. November in der Alsfelder Hessenhalle. Tickets für die Konzerte kosten je nach Kategorie zwischen 37 und 59 Euro. Die Karten sind erhältlich in den Geschäftsstellen von WLZ und FZ in Korbach und in Frankenberg.

Bereits am 17. März ist Olaf live im Fernsehen zu erleben – beim „Frühlingsfest“ mit Moderator Florian Silbereisen. Die Volksmusik-Sendung wird ab 20.15 Uhr in der ARD gezeigt.

Zu Ihrem Comeback, das Sie mit einem ersten Solo-Album eingeläutet haben, sagten Sie, die Musik sei wie eine Droge für Sie. Wie würden Sie die Wirkungsweise dieser Droge erklären?

Wenn ich auf die Bühne gehe und die Menschen sehe, die Gitarre spiele und singe – das macht mir selber viel Freude. Das war schon früher, vor über 40 Jahren so. Ich bin ja Gitarrist und habe damals angefangen, die Shadows nachzuspielen. Wenn mir das gelungen ist, da war ich einfach glücklich. Und so ist es auch, wenn ich auf der Bühne bin. Man singt und schaut in die Gesichter – und die Leute freuen sich. Das ist das Schönste, was es gibt.

Die Halbwertszeit von neuen Stars, die beispielsweise in Fernsehcastings geboren werden, ist mitunter sehr gering. Die Flippers indes standen 44 Jahre lang gemeinsam auf der Bühne. Wie erklären Sie den Erfolg der Flippers, vor allem über so eine lange Zeit?

Naja gut, wir hatten natürlich nicht 44 Jahre lang Erfolg. 1967 hießen wir Dancing Show Band und haben Tanzmusik gemacht. Wir haben Freitag, Samstag und Sontag gespielt und haben die Hits nachgespielt und die Leute haben getanzt. Da waren natürlich immer viele Mädels da, die wollten zu uns. Und dann kamen auch die Männer dazu und dann war es halt immer voll. Dann kam 1969 der Titel „Weine nicht, kleine Eva“, unsere erste Single. Das war ein sehr großer Erfolg. Dann kam noch ein Hit mit „Shalala I love you“ und danach wurde es etwas ruhiger. In der Zwischenzeit gab es etliche Wechsel in der Truppe. Erst 1986, als schon keiner mehr dran geglaubt hat, kam der nächste Erfolg. Wir hatten zwischenzeitlich versucht, in anderen Berufen Fuß zu fassen. Ich habe Tennis gespielt und 1983 auf der Technischen Universität in München einen Abschluss als geprüfter Tennislehrer gemacht. Danach war ich in Baden-Württemberg als Fördergruppentrainer tätig und habe die Spitzen-Jugendlichen trainiert. 1986 kam dann der Flippers-Hit und danach ging es Schlag auf Schlag. Aber wir hatten nicht 44 Jahre lang durchgängig Erfolg.

Trotzdem haben Sie eine sehr lange Zeit als Band zusammen gehalten...

Weil wir Freude daran hatten und die Chemie bei uns einfach gestimmt hat.

Haben Sie denn noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Bandkollegen?

Ja, sicher. Wir haben ja auch erst vor einem Jahr aufgehört.

Man fragt sich ja, ob das nur ein berufliches Miteinander ist, oder ob daraus auch private Freundschaften entstanden sind.

Es ist schon mehr beruflich. Aber wir haben uns ja fast jeden Tag gesehen. Jetzt sehen wir uns vielleicht so jeden dritten Tag. Wir kamen schon gut miteinander aus. Auch die Familien. Bei uns im Kraichgau gibt es viele Lokale und viele Feste – da sieht man sich natürlich.

Wie finden es Ihre Ex-Bandkollegen denn, dass Sie noch einmal mit einer Solo-Karriere durchstarten wollen?

Ich hoffe doch, dass sie sich freuen. Aber die haben das natürlich gewusst. Ich habe ja auch bei jedem Konzert gesagt, dass Musik mein Leben ist. Das wird auch immer so sein. Was ich natürlich nicht gewusst habe ist, dass es so weitergeht und dass es so explodiert. Es wird einfach sehr toll angenommen von den Fans.

Sie haben das Thema Familie angesprochen. An Weihnachten sind Sie Opa geworden. Sind Sie ein stolzer Opa?

Na aber selbstverständlich.

Welche Rolle spielt Familie für Sie generell?

Familie ist das Wichtigste, das es gibt. In der Familie schöpft man die Kraft, die man braucht. Als ich meine Frau gefragt habe, ob ich mit der Musik weitermachen soll, hat sie gesagt: Olaf, du sagst, wo es hingeht, und ich packe die Koffer. Früher habe ich ein Wohnmobil gehabt und da sind wir auf Tennisturniere gefahren mit meinem Sohn, der ja auch gut gespielt hat. Und so sind wir auch zur Musik gefahren und ich habe die Familie immer dabei gehabt. Auch bei meinen Kollegen ist es so gewesen, dass die Ehefrauen immer mitgefahren sind.

Hätte es Ihre Frau denn nach dem Flippers-Abschied nicht schön gefunden, wenn Sie es mal etwas ruhiger angehen würden?

Ich habe es doch ruhig (lacht). Es gibt ein Sprichwort: Wenn die Arbeit, die du machst, dir sehr viel Spaß bereitet, dann brauchst du nie mehr im Leben zu arbeiten.

Keine Exzesse, keine Skandale, keine Ausraster: Bilden Sie in dieser Hinsicht eine Ausnahme im Showgeschäft?

Ich kenne die anderen Sachen nicht, ich weiß es nicht. Wir sind immer alleine auf Tour gewesen. Wir haben uns da gar nicht drum gekümmert. Ich lese das auch nur in der Zeitung, was da alles so los ist. Uns hat das nie berührt. Ich kann das nicht nachvollziehen.

Ab Mitte der 80er Jahre kamen die Hits Schlag auf Schlag. Ausverkaufte Hallen, Millionen verkaufte Tonträger: Wie haben Sie es geschafft, trotzdem auf dem Teppich zu bleiben?

Man muss authentisch und bodenständig bleiben. Ich habe ja den Beruf des Werkzeugmachers gelernt und später als Sportlehrer gearbeitet. Ich war immer mit Menschen zusammen und auch in dem kleinen Städtle, in dem ich wohne, da bin ich der Olaf von nebenan.

Sprechen wir über Ihr neues Solo-Projekt: Was unterscheidet das Programm von der Musik der Flippers? Oder knüpfen Sie nahtlos an die vergangenen Zeiten an?

Ich glaube, ich knüpfe nahtlos an. Die gleiche Mannschaft, die für die Flippers verantwortlich war, ist jetzt auch für mich tätig. Das sind Leute, die schon seit 20 Jahren für die Flippers Lieder geschrieben haben. Musikalisch unterscheidet sich das gar nicht.

Singen Sie denn weiterhin auch die großen Flippers-Hits?

Auf jeden Fall. Das ist ein Teil meines musikalischen Lebens. Etwa 50 Prozent der Show werden die alten Hits sein. In Kombination mit den neuen Sachen. Meine Tochter nehme ich auch mit auf Tournee. Die hat ja früher bei der Gruppe „Die Schäfer“ mitgemacht. Jetzt hat sie eine eigene CD veröffentlicht. Gemeinsam werden wir das ein oder andere Duett singen. Da freue ich mich schon ganz besonders drauf.

Was wird den Besuchern ihrer Tournee-Konzerte außerdem geboten?

Von der Show her ist der Aufwand genau wie bei den Flippers auch. Es gibt eine schöne, große Videoleinwand und eine Liveband auf der Bühne. Wie das Programm dann ganz genau aussieht, das weiß ich jetzt auch noch nicht. Es wird etwas buntes werden. Lassen wir uns alle überraschen –ich lass mich auch überraschen.

Ihr erstes Solo-Album ist bereits vorigen Herbst erschienen. Pünktlich zur Tournee soll dann schon die zweite CD erscheinen. Wie ist da die Arbeitsweise, wie entsteht so ein Album?

Das war auch bei den Flippers schon so: Wir bekommen 200 bis 400 Demo-Titel, die meistens mit Computer und Keyboard schon eingespielt sind. Dann sortieren wir im Team aus, vielleicht so 60 Lieder. Und wenn wir die haben, dann wir bei mir auf der Terrasse zu Hause ganz gemütlich zusammen gesessenen. Es gibt Wein und Käse und ich lade so zehn bis zwölf Mädels ein. Die nehmen ab und zu auch ihre Männer mit. Und dann werden die Lieder angehört und Schulnoten vergeben. Die besten Titel schaffen es dann auf das Album.

Was macht denn einen Titel zu einem guten Lied?

Ganz simpel: Er gefällt, oder gefällt nicht. Da hat jeder natürlich seinen eigenen Stil. Deshalb wähle ich ja auch nicht alleine aus. Die Lieder müssen zu mir und zu meiner Stimme passen. Wenn wir ausgewählt haben, bekommt der Arrangeur die Musik. Dann komme ich ins Studio und singe – und schon haben wir ein schönes Album.

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