Frankenberg: 21-Jähriger wegen Einbruchs vor Gericht

"Jetzt muss Schluss sein"

Frankenberg - Ein 21 Jahre alter Mann ist in die Wohnung seines Betreuers eingebrochen und hat aus dem Schlafzimmer einen Tablet-Computer gestohlen. Er kam mit einer vergleichsweise glimpflichen Strafe und einem eindringlichen Appell von Amtsgerichtsdirektorin Andrea Hülshorst davon.

Der junge Mann lebt in einem Frankenberger Stadtteil und hat eine Wohnung im Haus des Sozialpädagogen, der sein Betreuer ist. Am 29. Juli trat er die Haustür ein, um in die Privaträume des Betreuers zu gelangen. Auch die Schlafzimmertür soll er aufgebrochen - es war der einzige Vorwurf, den der voll geständige Angeklagte gestern abstritt. „Ich hab die Klinke runtergedrückt, bin rein und habe das Tablet rausgeholt.“ Den Computer habe er verkaufen wollen.

Das Schlafzimmer sei der „persönlichste Rückzugsraum“, mahnte Andrea Hülshorst. „Und das bei jemand, der einem hilft.“ Der Angeklagte gab zudem an, dass weitere Jugendliche dabei gewesen seien. So habe ein Freund in der Küche Apfelschorle und Toastbrot geholt, während er ins Schlafzimmer gegangen sei. Jener Komplize habe nach dem Einbruch auch das Tablet an sich genommen und vor der Polizei in Sicherheit gebracht. Weitere Jugendliceh hätten vor dem Haus gewartet. Das Gerät war zunächst verschwunden, nachdem die vom Hausbesitzer alarmierte Polizei eingetroffen war. Der Angeklagte gab den Computer zurück, das Gerät war aber beschädigt.

Der Hausbesitzer, der als Zeuge aussagte, stellte sich in der Verhandlung vor seinen Schützling: „Er hat es für die anderen gemacht, bei denen ist sicher auch die Idee entstanden.“ Der Angeklagte habe den Schaden an der Tür bezahlt und auch das Tablet ersetzt.

Richterin Andrea Hülshorst folgte mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 21-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1800 Euro, aufgeteilt in 90 Tagessätzen zu je 20 Euro. Der junge Mann kann statt Geld zu zahlen auch Arbeitsstunden leisten. „Das ist das Mildeste, was es gibt“, sagte Hülshorst.“ „Sie haben noch mal Glück gehabt, jetzt muss Schluss sein.“(da)

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