Kirchspiel Hohes Lohr 2 in Haina

Jörg Mosig geht nach Bremen

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Haina (Kloster) - Pfarrer Jörg Mosig verlässt die Kirchengemeinde Haina. Den Westfalen zieht es in die Großstadt: Zum 1. April übernimmt er eine Innenstadtgemeinde in Bremen.

Drei Jahre ist es her, dass Pfarrer Jörg Mosig nach Haina kam und die Kirchengemeinden in Haina und Dodenhausen übernahm. Auch die Klinikseelsorge in der Vitos-Klinik gehörte zu seiner Arbeit. Viele Traditionen hat Mosig übernommen, aber auch viele Ideen mitgebracht und die Kirchengemeinde mit seiner eigenen Note geprägt.

Nun möchte der gebürtige Hattinger wieder Großstadtluft schnuppern. Daher hat Mosig sich auf eine Pfarrstelle in Bremen beworben und wird sie zum 1. April antreten. „Ich bin einfach ein Großstadtkind“, sagt Mosig im Gespräch mit der Frankenberger Zeitung. „Und ich habe eine Vorliebe für das hanseatische.“ Zehn Jahre habe Mosig jetzt auf dem Land gelebt und gearbeitet. Eine schöne Zeit, auf die er immer zurückblicken werde. Zuvor lebte er sechs Jahre in England. Von London kam er direkt nach Nordhessen. „Das ist schon eine ganz andere Welt als London.“ Nicht nur das Leben in einer großen Stadt sei ganz anders als auf dem Land, sondern auch die Gemeindearbeit. Darin sieht Mosig eine neue Herausforderung: Soziale Aspekte würden in Bremen etwa eine ganz andere Rolle spielen als in Haina. Auch müsse die Kirche sich in der Stadt viel stärker der zunehmenden Anonymität entgegenstellen und der „freien, liberalen Tradition des Stadtlebens“.

Eine Facette reizte Mosig schon vor drei Jahren an Haina und noch mehr reizt sie ihn an Bremen: Die Kulturarbeit. In Haina sind es etwa die Klosterkonzerte, die dem Pfarrer sehr am Herzen lagen. „Ich denke in der Stadt gibt es noch einmal ganz andere Möglichkeiten und die Kulturarbeit wird nochmal ein Stück intensiver.“

Aus Haina wird der 44-Jährige nicht nur mit etwas Wehmut und viel Gepäck weggehen, sondern vor allem mit vielen Erinnerungen: „Ich habe sehr intensive Erfahrungen machen dürfen“, sagt Mosig. Vor allem in den Begegnungen mit Menschen und der Arbeit mit den Patienten der Vitos-Klinik. „Es sind viele Kleinigkeiten, die meine Zeit hier sehr erfüllt haben. Und die Leute hier sind mir in den drei Jahren sehr ans Herz gewachsen.“

Vor drei Jahren kam Mosig aus dem nordwaldeckischen Helmighausen nach Haina. Dort war der Pfarrer fünf Jahre lang das Oberhaupt der Kirchengemeinde. Auf die Stelle in Haina hatte er sich beworben, weil für ihn ein „Reiz in der Kombination der verschiedenen Herausforderungen“ lag: „Mir war es wichtig, nach fünf Jahren etwas Neues zu machen, auch wenn ich mich in Helmighausen und im Roten Land sehr wohlgefühlt habe. In Haina erwartet mich nicht nur das Gemeindepfarramt, sondern eben auch die Psychiatrie. Das ist eine ganz große Herausforderung“, sagte Mosig damals im Interview mit der FZ.

„Meine Erwartungen haben sich zum größten Teil bestätigt“, fasst der Pfarrer heute rückblickend zusammen. Allerdings sei die Zeit auch sehr arbeitsintensiv gewesen - so kam kurz nach seinem Amtsantritt in Haina die Kirchengemeinde von Dodenhausen zu seinem Aufgabengebiet hinzu. Abwechslungsreich und voller Überraschungen hat Mosig seine Gemeindearbeit stets gestaltet: So durfte er auf der Kanzel Platz machen für eine Predigt des Ministerpräsidenten Volker Bouffier, er begleitete Lichterprozessionen und organisierte Ungewöhnliches. An seinem ersten Osterfest in Haina hat Mosig sogar eine Tradition aus England eingeführt: Oberhalb der Klosterkirche versammelte er 2010 seine „Schäfchen“ und ließ sie spielen: Beim „Eierwettrollen“ maßen sich die Kinder, Erwachsenen und Senioren darin, wer sein Ei am weitesten den Berg hinunter kullern lassen konnte. In Schottland ist das Wettrollen laut Mosig eine traditioneller Höhepunkt an den Osterfeiertagen. „Das rollende Ei soll laut altem Brauch an den verschobenen Stein vor Jesu Grab erinnern“, erklärte Mosig damals seiner Kirchengemeinde.

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