Er war Fußballer, Trainer und Vorsitzender

Josef Payer erinnert sich an die Gründerzeit des FSV Frohnhausen

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Josef Payer, früherer Trainer und Vorsitzender des Sportvereins FSV Frohnhausen, zeigt eine Bescheinigung seiner Sportlehrer-Ausbildung.

Frohnhausen. Schon über 80 Jahre ist er alt, seit 30 Jahren wohnt er in Marburg. Aber dem von ihm mitgegründeten Sportverein FSV Frohnhausen ist Josef Payer bis heute treu. Payer war Fußballer, Trainer und zeitweise auch Vorsitzender des FSV Frohnhausen.

Zum 60-jährigen Bestehen gratulierte er dem Sportverein mit einer launigen Rede und einem Foto der 1. Mannschaft, die 1981 von ihm trainiert wurde.

„Wir hatten noch keinen eigenen Platz und mussten jeweils nach Laisa ausweichen“, erinnert sich Payer an die Zeit vor der Vereinsgründung, die 1958 erfolgte. „Ungewöhnlich und offensichtlich einmalig war, dass in jedem Haus auf dem Eifaer Berg mindestens ein Spieler zur Verfügung stand. Drei Familien stellten sogar jeweils drei Kicker. Es waren die Familien Klinger, Kreis und Payer.“

Den Bau des Sportplatzes, in Frohnhausen, geschoben mit einer Planierraupe, schildert Josef Payer so: „Als der Platz fertig war, hatte die Fläche mit den vorgeschriebenen Normen nichts zu tun. Es bestand ein Gefälle von ca. drei Metern von Tor zu Tor. Hatten wir die Platzwahl gewonnen, dann spielten wir die erste Halbzeit bergauf. In der zweiten Halbzeit, wenn wir müde waren, ging es dann bergab. Wir alle waren aber froh und stolz: Wir hatten unseren eigenen Platz.“

Kurze Zeit später wurde ein neuer Platz gebaut, der „weitgehend“ der Norm entsprach.

Lebhaft erinnert sich Josef Payer an seine Trainertätigkeit Anfang der 1980er-Jahre. Damals belegte Frohnhausen den 16. Tabellenplatz unter 18 Teams in der Kreisliga B. „Vor dem ersten Training sagte ich, dass nun eine physische Leidenszeit beginnen würde und schwor die Mannschaft auf Erfolg ein“, berichtet Payer. Und er versprach: „Sollten wir zum Schluss der Runde auf Platz 5 stehen, dann organisiere ich einen Urlaubs-Flug nach Mallorca für die Mannschaft.“

„Das war der Aufbruch“, erinnert sich Payer. „Die Jungs zogen voll mit und erreichten in der Tat Platz 5 in der Tabelle. Das ging nur durch totalen Einsatz, auch mit Training in 20 bis 30 Zentimeter hohem Schnee in der Winterpause.“

So kam es 1981 tatsächlich zum verdienten Lohn für die Frohnhäuser Kicker: Einer Woche Urlaub auf der Balearen-Insel Mallorca.

„Das war eine Gaudi, von der die Spieler heute noch sprechen“, lacht Josef Payer. „Vom ersten bis zum letzten Tag kamen die Jungs morgens um 8 Uhr ins Quartier, schliefen den ganzen Tag und starteten jeweils abends um 18 Uhr in die Bars.“ (nh/off)

Quelle: HNA

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