Seltenes Jubiläum: Hainaer Apotheke öffnete 1838

Helmut Schäfer und Tochter Ursula Grote im Jahr 1988 bei der 150-Jahr-Feier

Haina. Kaum eine Apotheke im Frankenberger Raum kann auf so eine lange Geschichte zurückblicken. Vor genau 175 Jahren, am 29. August 1838, wurde die Kloster-Apotheke in Haina erstmals für die Bevölkerung geöffnet. Am heutigen Donnerstag feiert sie ihr 175-jähriges Bestehen.

Die Geschichte der Kloster-Apotheke reicht aber noch weiter zurück. Bereits im 13. Jahrhundert konnten sich die Menschen in Haina und Umgebung mit Medikamenten aus dem Zisterzienserkloster versorgen. Aus dieser Zeit stammen einige handgearbeitete Regale, die noch heute im Verkaufsraum zu sehen sind. Medikamente und Salben wurden damals vor allem aus Kräutern, Gewürzen, Weinen und Ölen hergestellt.

Im Jahr 1750 richtete Ernst August Schwarz die erste offizielle Hospitalapotheke ein und versorgte auch die umliegenden Orte. Die gedrechselten Erlenholzgefäße aus dieser Zeit sind ebenfalls noch in der heutigen Apotheke vorhanden Medikamente werden darin aber nicht mehr gelagert.

Als die Apotheke 1838 für die Bevölkerung öffnete, hatte sie ihren Standort in der alten Brauerei nahe des Klosters heute sind von diesem Gebäude nur noch die Grundmauern übrig. Im Jahr 1894 folgte schließlich der Umzug in die Poststraße 7 in Haina, wo 1972 der heutige Verkaufsraum angebaut wurde.

Seit Oktober 1939 befindet sich die Kloster-Apotheke in Familienhand: Der Gießener Apotheker Ernst Schäfer kaufte sie. Er ist der Urgroßvater von Barbara Niemeyer, die die Apotheke heute in vierter Generation mit ihrem Mann Peter führt. Im Jahr 1953 übernahm Schäfers Sohn Helmut die Geschäfte und verpachtete sie 1984 an seine Tochter Ursula Grote, die ebenfalls Pharmazie studiert hat.

"Früher gab es ein dickes Buch mit allen Arzneien und Preisen", erinnert sich Ursula Grote, die trotz Ruhestand noch in der Apotheke aushilft. "Bestellungen vom Großhandel haben wir mündlich durchgegeben und ein Kassenbuch geführt."

Ihr Großvater Ernst Schäfer habe Salben, Zäpfchen, Tabletten und Migränepulver in der Nachkriegszeit noch selbst hergestellt und Tinkturen im Selbstversuch getestet. "Mit einem Arzt zusammen hat er Tollkirschen und Fingerhut im Wald gesammelt und die Medikamente dann ausprobiert", sagt Ursula Grote.

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Quelle: HNA

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