Allendorf

Jung und frisch statt alt und verstaubt

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- Allendorf-Rennertehausen (dw). Neben den Gastgebern vom Rennertehäuser Männergesangverein waren die Chorgemeinschaft aus Reddighausen sowie die Männergesangvereine aus Allendorf und Bottendorf zu hören.

Wer glaubt, dass Männergesangvereine zwangsläufig alt und verstaubt rüberkommen müssen, der wurde am Samstag in Rennertehausen eines Besseren belehrt. Die Gäste im voll besetzten Saal des Dorfgemeinschaftshauses erlebten vielmehr Chöre, deren Auftritte jung und frisch daherkamen. Drei Chöre haben sich in Rennertehausen etabliert. Während der eigentliche Männergesangvein aus etwa 30 älteren Herren besteht, wurde als Verjüngungskur der Projektchor „Salbacher“ ins Leben gerufen. Er besteht aus 16 jüngeren Mitgliedern des MGV und neu hinzugewonnenen jungen Männern aus dem Dorf und kommt in frischen hellblauen Shirts und Jeans daher. Beide Chöre werden von Anita Py geleitet. Der gemischte Chor „Querbeet“ Rennertehausen unter der Leitung von Horst-Werner Bremmer hingegen besteht in der Mehrzahl aus Frauen.

Die Gastgeber vom MGV Rennertehausen begrüßen die gut 200 Zuhörer mit „Lasst uns auf diesen Tag“. Der gemischte Chor „Querbeet“ überzeugt bei Liedern wie „Du liegst mir am Herzen“ oder „Zwei kleine Italiener“ mit einem schönen und ausgewogenen Klang und beweist, dass er zu Recht den Titel „Leistungschor“ trägt. Anschließend betritt ein beschwingter MGV Allendorf mit seiner überzeugenden Chorleiterin Réka Mengel die Bühne und zeigt Können und ehrliche Sangesfreude. Er bringt mit einem ausgewogenen Klang Lieder wie „Am Loch Lomond“ und „Der Wanderer“ zu Gehör und zeigt bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“ seine Rhythmussicherheit.

Die „Salbacher“ schließlich ermuntern die Zuhörer unter anderem durch „Griechischer Wein“ mit Akkordeonbegleitung zum Mitsingen. Besonders erfrischend ist das mit Schmatzküsschen vorgetragene „Rote Lippen soll man küssen“.Der gemischte Chor der Chorgemeinschaft Reddighausen folgt gerne der Einladung nach Rennertehausen. Da ihr Chorleiter Karl-Heinz Wenzel verhindert ist, hat Horst-Werner Bremmer kurzerhand und sehr souverän die Leitung übernommen. Eine sehr schöne Version von „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ belegt die ausgewogenen Stimmen und starken Tenöre des Chores. Besonders begeistert ist das Publikum vom herrlichen Stück „Hab mein Wagen voll geladen“ mit rhythmischem Pferdeschnaufen und „Hü!“-Rufen.

Schließlich betritt der MGV Bottendorf singend und schwungvoll die Bühne und zeigt mit Liedern wie „Die Nacht“ oder dem „Rundgesang der Zecher“ eine bemerkenswerte Dynamik und einen starken Ausdruck. Abermals geleitet von Bremmer, springt die Begeisterung der Sänger rasch auf das Publikum über, das mitklatscht und auch gleich noch Zugaben bekommt, unter anderem „Chianti“, begleitet von Bremmer auf dem Akkordeon. Nachdem der gastgebende MGV Rennertehausen mit „Ein Freund, ein guter Freund“ nochmals beweist, dass ein Männergesangverein begeisternd und keineswegs „verstaubt“ ist, bringt „Querbeet“ die Zuhörer in Musicallaune: Mit einem Medley aus dem Musical „My Fair Lady“ singt es bekannte Melodien wie „ On the street where you live“ oder „I could have danced all night“.Damit das Publikum die Texte verstehen kann, werden die deutsche Übersetzung und passende Bilder per Beamer auf eine provisorische Leinwand gestrahlt. Die schlichte Begleitung durch ein E-Piano und auch der Solo-Gesangspart von Horst-Werner Bremmer erzielen ihre Wirkung.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 1. November

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