Porträt über  Christian Durstewitz als DSDS-Kandidat (September 2008)

Ein Typ wie der  junge Bob Dylan

Christian Durstewitz im Garten

Frankenberg. Opern-Tenor Claus Durstewitz kennt das Gefühl, wenn ihm das Publikum zujubelt. Nun hat auch sein 19-jähriger Sohn Christian die Chance, die Massen zu begeistern.

Der Gymnasiast der Edertalschule ist Kandidat der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar" auf RTL, die ab Januar ausgestrahlt wird.

Christian erinnert ein bisschen an den jungen Bob Dylan: Das lockige Haar ist nach oben gegelt, seine filigranen Hände streicheln die Saiten einer Akustik-Gitarre. Dann hält er inne, erzählt von seiner Kindheit. „Familienfeste haben wir immer groß gefeiert“, sagt der attraktive Nordhesse.

 In seinen blau-grauen Augen, scheint sich die Erinnerung zu spiegeln. Großeltern, Tanten, Onkels und Cousinen spielten und sangen die unterschiedlichsten Lieder – auch skandinavische Folklore, schließlich ist Christians Großmutter Schwedin.

Aber dann veränderte sich alles: Die Ehe seiner Eltern zerbrach. Christian und seine vier Jahre jüngere Schwester blieben bei der Mutter. Plötzlich war Christian der Mann im Haus: Als Scheidungskind entdeckte der sensible Junge, dass Musik ihm Trost, Geborgenheit und Entspannung geben kann.

Mit zehn Jahren setzt sich Christian an ein Piano und fängt an, ohne Noten darauf zu klimpern. Er testet aus, welche Melodiefolgen sich gut anhören und bringt sich so das Klavierspielen bei. Mit 15 Jahren schnappt er sich die Gitarre seiner Schwester. Der Musikersohn weiß nicht, wie man sie richtig bedient, aber er zupft drauf los. Nach und nach bringt er sich Akkorde bei und summt Melodien dazu.

In eigenen Songs verarbeitet Christian seine Gefühle

Musik wird zu seiner Leidenschaft, mit der er seine Emotionen verarbeiten kann: Liebeskummer, Ärger, die erste Erfahrung mit dem Tod, als sein Onkel nach langer Krankheit stirbt. Vor drei Jahren gründet Christian mit Freunden die Rockband "Sleeze of Society".

Auf der Bühne gibt er sich cool. Er trägt eine verspiegelte Sonnenbrille und eine schwere, schwarze Lederjacke. „Das ist alles nur Show“, sagt der aufgeweckte Junge. Dann lacht er: „Irgendwie spüre ich, dass mir die Leute das Image des coolen Rockers auch gar nicht abnehmen. Und das ist dann für beide Seiten irgendwie komisch...“ Ob Dieter Bohlen auf den lustigen Hessen abfährt? „Ich werde mich jedenfalls nicht verbiegen, um die nächste Runde zu erreichen.“ Damit hat er vieles mit dem Sieger der vergangenen DSDS-Staffel Thomas Godoj gemeinsam. Auch er blieb immer er selbst. Christian verspricht: „Egal was passiert. Egal, wie Dieter Bohlen und die anderen Jury-Mitglieder sich über mich lustig machen sollten. Ich werde mich nicht zu Widerworten hinreißen lassen. Ich werde mich nicht zum Deppen machen.“

Damit er diesen Vorsatz auch durchhält, will sich Christian jetzt eine Tätowierung auf den Nacken stechen lassen: Mit dem Wortlaut „Vergiss nicht wer Du bist“. In einer fremden Sprache. Vielleicht in chinesischer oder arabischer Schrift.

Von Heide Gentner

Quelle: HNA

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