Wangershausen

Junge Naturschützer packen bei Aufforstungsaktion mit an

- Frakenberg-Wangershausen (sr). Eine Waldneuanlage mit Rotbuchen und Eschen nahm das Forstamt Frankenberg in der Wangershäuser Gemarkung „Kleewiese“ vor. Mitglieder der Frankenberger NABU/Naturschutzjugend pflanzten mehr als 1000 Bäume am Fuße des Bocksberges.

Die Hangwiese entlang eines Bachlaufes wurde in der Vergangenheit nur noch teilweise landwirtschaftlich genutzt. Im vergangenen Jahr genehmigte der Landkreis die Aufforstung der Fläche. Mitarbeiter des Forstamtes entwickelten einen Pflanzplan, den sie vor wenigen Tagen mit mehr als 20 Helfern der Frankenberger NABU/Naturschutzjugend in die Tat umsetzten.

Der Forstwirt Stefan Schunder betreute die Maßnahme im Rahmen seiner Meisterausbildung; Revierförster Peter Stein und Forstamtsmitarbeiter Frank Röbert halfen mit. Zunächst wurden rund 950 kleine Eschen und Buchen im nahe gelegenen Wald aus einer Naturverjüngung geworben. „Die Saatbäume haben sich an dem örtlichen Standort durchgesetzt, und damit haben die Wildlinge beste Voraussetzungen für diese neue Waldgeneration von mindestens 140 Jahren“, erklärte Röbert. Das Risiko eines Befalls des vor wenigen Jahren erstmals aufgetretenen Eschentriebsterbens kann verringert werden.

Mit Forstgeräten wie Pflanzhacke, Hohlspaten und Gartenspaten setzten die Kinder und Jugendlichen die Bäume 
in die feuchte Erde. Dabei ar-beiteten die jüngeren Mitglieder in Zweierteams mit erfahrenen Jugendlichen und lernten Wichtiges über das Pflanz-
verfahren. Am Dienstag gestalteten die Jugendlichen den Waldrand mit heimischen Sträuchern. Außer Haselnuss, Eberesche und Feldahorn pflanzten sie auch 40 Vogelkirschen, den Baum des Jahres 2010. Die Kirschen werden künftig einen weiß blühenden Feldrain bilden, vielen Insektenarten Nahrung bieten und das Landschaftsbild bei Wangershausen bereichern.

Negativ fiel am Wegrand eine nicht statthafte Bauschuttablagerung auf. Waldränder besitzen eine hohe ökologische Bedeutung, da sie den Übergang von der Feldflur in den Hochwald bilden. Sie bieten Schutz vor Windwurf und Erosion und sind Rückzugsraum für viele Tierarten. Ein idealer Waldrand hat einen Kräutersaum mit anschließender Strauch- und Heckenzone. Beerentragende Sträucher und Bäume bieten vielen Vögeln Nahrung. Einzelne Bäume werden noch mit einem Schutz gegen Rehwildverbiss versehen.

Entlang des Baches pflanzten Forstwirte weitere 400 Erlen, die zur Ufersicherung beitragen werden und gemeinsam 
mit den Eschen die standortgerechte Waldgesellschaft bilden. Zwei von der Naturschutzjugend angelegte Sohlschwellen sollen zudem das tief eingeschnittene Bachbett anheben. In dem benachbarten, nicht forstwirtschaftlich genutzten, Eichen-Hangwald am Bocksberg, hat die Naturschutzjugend mehrere Nistkästen für Höhlenbrüter aufgehängt. Fledermauskästen werden noch folgen. Die Frankenberger NABU/Naturschutzjugend wird die Waldneuanlage im Flurort „Kleewiese“ im Rahmen einer Patenschaft auch in der Zukunft weiter betreuen.

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