Vor Gericht: Junger Soldat blieb der Truppe fern

Frankenberger Land. Weil er sich eigenmächtig länger als drei Tage von seiner Bundeswehreinheit entfernt haben soll, stand ein 21-jähriger Obergefreiter aus Jena vor dem Frankenberger Amtsgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Juli unter Angabe falscher Gründe nicht zum Dienst in der Burgwaldkaserne erschienen zu sein und Befehle seines Vorgesetzten nicht befolgt zu haben.

Nach Angaben des Marburger Staatsanwaltes soll der Soldat an einem Montagmorgen seiner Dienststelle telefonisch gemeldet haben, dass er wegen einer Zugstörung nicht zum Dienst kommen könne. Sein Vorgesetzter habe ihn aufgefordert, so schnell wie möglich zur Kaserne zu kommen. Am Nachmittag habe der 21-Jährige wiederum der Dienststelle gemeldet, er leide an starken Ohrenschmerzen und könne daher nicht kommen.

Er habe daraufhin den Befehl erhalten, sich umgehend im Fachsanitätszentrum in Erfurt dem Truppenarzt vorzustellen und krankschreiben zu lassen. Dort erschien er allerdings erst mehr als eine Woche später. „Ich wollte mich lieber im Hals-Nasen-Ohren-Zentrum in Jena behandeln lassen“, sagte der Angeklagte. „Aber es war doch ein Befehl“, entgegnete der Staatsanwalt. „Da gibt es keinen Interpretationsspielraum.“

Zudem wusste die Dienststelle nichts von den Plänen des Jenaers. „Warum haben Sie denn die Kaserne nicht informiert?“, wollte Richterin Andrea Hülshorst wissen. Er habe schwere familiäre Probleme und kein Guthaben auf dem Handy gehabt, erklärte der Angeklagte. Da konnte Hülshorst nur den Kopf schütteln: „Sie wollen mir im Zeitalter der modernen Kommunikationsmedien weismachen, dass Ihnen niemand ein Telefon geben konnte?“

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Quelle: HNA

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