Jungzüchter machten die Kühe hübsch

Mit zwölf Jahren die beiden jüngsten Teilnehmer: Niklas Michel (Haubern) und Fabian Fackiner (Dainrode), rechts Oliver Jäger aus Bockendorf.

Bockendorf. 100 Minuten hatten sie Zeit, dann mussten die Kühe schön aussehen: Mehrere Jungzüchter lieferten sich beim Scherwettbewerb der Jungzüchterclubs Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf, der in diesem Jahr bei Familie Ortfried Jäger in Haina-Bockendorf stattfand, einen spannenden Wettkampf.

Der seit über 30 Jahren festgesetzte Termin zwischen den Jahren kommt bei den Landwirten aus der näheren und weiteren Region gut an. In ganz Bockendorf war kaum noch ein Parkplatz zu bekommen, und im großen, erst in diesem Jahr erweiterten und modernisierten Kuhstall von Familie Jäger drängten sich die interessierten Besucher.

Zum Scherwettbewerb hatten sich neun Teams à zwei Personen gemeldet, darunter sechs so genannte Newcomer, also Neulinge. Mit dabei waren auch sechs Mädchen. Das Höchstalter der Teilnehmer beträgt 25 Jahre, die beiden jüngsten waren erst zwölf.

Ortfried Jäger und sein Sohn Oliver hatten schon im Vorfeld aus ihrem Bestand von 125 Milchkühen neun passende Zweijährige ausgewählt und gewaschen. Die Nachwuchs-Scherer hatten dann exakt 100 Minuten Zeit, um ihre Kühe attraktiv und den Regeln entsprechend herzurichten.

Sie schoren am besten: (von links) Preisrichterin Ute Hinz, Johannes Hamel, Fabian Fackiner, Sarah Fackiner, Björn Ochse, Niklas Michel, Daniel Seibel, David Kreinberg, Marc Seibel, Betreuerin Ute Ermentraudt

Preisrichterin Ute Hinz aus Grebenstein machte zwischendurch schon mal einen kleinen Rundgang, um den Verlauf der Aktivitäten im Team und auch die Sauberkeit am Arbeitsplatz zu beobachten, beides Kriterien, die mit in die Bewertung einflossen. „Die Jungen und Mädchen sind alle sehr ehrgeizig, und die Zusammenarbeit klappt bestens“, lautete ihre zufriedene Zwischenbilanz.

Bei der Verteilung der 100 maximal zu erreichenden Punkte wurde anschließend begutachtet, ob das Scherbild gleichmäßig war oder Streifen aufwies und ob unterschiedliche Messer verwendet wurden. Euter und Ohren etwa werden feiner geschoren, und das erfordert auch ein feineres Werkzeug. Auch für die „Topline“, die obere Felllinie auf dem Rückgrat des Tiers, wurden Punkte verteilt.

Von Marise Moniac 

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Quelle: HNA

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