Zukunftssicherung Hatzfeld

Junker: "Wir sitzen alle in einem Boot"

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Hatzfelds Bürgermeister Dirk Junker gab am Donnerstagabend den Startschuss für das Bürgerprojekt „Zukunftssicherung Hatzfeld“. Etwa 70 Interessierte waren ins Bürgerhaus gekommen (kleines Bild). Fotos: Mark Adel

Hatzfeld - Gemeinsam sollen die Hatzfelder ihre Zukunft in die Hand nehmen und für ein lebenswertes Umfeld sorgen: Dazu hat Bürgermeister Dirk Junker am Donnerstag rund 70 Bürger ermutigt.

Nach dem Vorbild anderer Kommunen, unter anderem Battenberg, hat der Hatzfelder Bürgermeister das Projekt „Zukunftssicherung Hatzfeld“ ins Leben gerufen. In verschiedenen Projektgruppen sollen sich Bürger beteiligen und engagieren. Falls Ideen umgesetzt werden, hofft Dirk Junker auf Fördergelder, beispielsweise aus Leader-Mitteln der Region - denn: „Die Haushaltslage sieht nicht gut aus.“ Hatzfeld ist Schutzschirm-Kommune und muss seinen Etat vom Land genehmigen lassen - freiwillige Leitungen stehen auf dem Prüfstand. Für Investitionen stünde folglich kein Geld zur Verfügung. „Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass die Bürger sich beteiligen“, sagte Junker während der Versammlung im Bürgerhaus.

Ziel sei, die Attraktivität in Hatzfeld und den Stadtteilen zu erhöhen und den Standart zu halten. Die Stadt könne für das Engagement der Bürger in den Projektgruppen den Rahmen bieten: „Wir sitzen alle in einem Boot“, sagte Junker. Die eigentliche Arbeit müsse aber von der Bürgerschaft geleistet werden. Die Projektgruppen seien „offen für alle“.

Der Bürgermeister wies auf die bekannten Probleme hin: Durch den den demografischen Wandel stehen Häuser in den Kernen leer, das Wohnen verlagert sich in Randbereiche. Der Unterhaltungsaufwand beispielsweise von Straßen oder Ver- und Entsorgungsleitungen erhöht sich bei zugleich zurückgehender Einwohnerzahl.

Ziel sei, Arzt, Zahnarzt und die Apotheke in der Stadt zu erhalten. Mittelfristig bestehe Bedarf zur Betreuung von Senioren. Ziehen junge Leute weg, könnte Hatzfeld schlimmstenfalls als Standort von Firmen an Attraktivität verlieren, warnte Dirk Junker.

Die Arbeitsgruppen sollen schon bald die Arbeit aufnehmen und Prioritäten und Ziele festlegen. An der Spitze steht die Koordinierungsgruppe, bestehend aus den Vertretern der einzelnen AGs. Bei den Besuchern stieß Junkers Initiative auf positive Resonanz. „Ich glaube, dass wir hier viel bewegen können“, sagte Christian Klos.

Schon am Donnerstag fanden sich Interessierte, die mitarbeiten oder sogar Arbeitsgruppen führen möchten. Am Montag will Bürgermeister Dirk Junker die Informationen auf der Internetseite der Stadt unter www.hatzfeld-eder.de veröffentlichen. Auch jetzt können sich Bürger aus Hatzfeld und den Stadtteilen noch melden.

Auf einem Fragebogen, der ebenfalls im Internet abrufbar sein soll, können Bürger aus Hatzfeld und den Stadtteilen Anregungen vermerken oder sich zur Mitarbeit in einer der Gruppen bereiterklären.

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