Antje Coburger würdigte im Frankenberger Geschichtsverein Karl Rumpf

Kamera und Zeichenstift

Architektur und Handwerkskunst: Viele Skizzen und Fotos von Karl Rumpf, hier vom Birkenbringhäuser Kirchenbau 1934, zeigte Antje Coburger (rechts) im Kreisheimatmuseum. Vorsitzende Ruth Piro-Klein, 2. Vorsitzende des Frankenberger Geschichtsvereins, dankte ihr am Schluss. Foto: zve

Frankenberg. Er zeichnete den eisenbeschlagenen Kirchenkasten von Frankenau, die Treppe eines Bauernhauses in Röddenau, die Wetterfahne des Schlosses von Vöhl - Karl Rumpf, Architekt und Volkskundler, hielt in etwa 1500 Zeichnungen besonders wertvolle Stücke regionaler Handwerkskunst fest. Antje Coburger widmete dem verdienten Konservator mit Kamera und Zeichenstift eine Bildpräsentation, die sie bei einem öffentlichen Vortrag des Frankenberger Geschichtsvereins im Kreis-Heimatmuseum zeigte.

Anlass für den Rückblick auf Karl Rumpf (1885-1968) war seine Arbeit als Architekt beim Neubau der Birkenbringhäuser Kirche vor 75 Jahren. Die Kunsthistorikerin Antje Coburger zeigte seine Aufmaße der Vorgängerkirche und des Neubaus, wobei er sogar Altardecken und Kanzelbehang zeichnete. „Manche Nachtstunde ist darauf gegangen, aber ich bin froh über das fertige Werk“, schrieb Rumpf.

Entdeckung auf Dachboden

Den von Schreiner Jakob Langenfeld auf dem Dachboden entdeckten, mit Ölfarbe „überschmierten und auch sonst schadhaften“ romanischen Kruzifixus erkannte er in seinem kunsthistorischen Wert. Die Gemeinde Birkenbringhausen verkaufte ihn an das Marburger Universitätsmuseum und erhielt dafür einen neuen Christuskörper aus Oberammergau.

Antje Coburger, die durch Mitwirkung im Hinterland-Museum Biedenkopf und als wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Herder-Institut Erfahrung mit regionaler Sachkulturforschung gewonnen hat, würdigte im Frankenberger Zweigverein für hessische Geschichte und Landeskunde die besondere Bedeutung der volks- und stilkundlichen Untersuchungen des Architekten Rumpf. Nicht nur der romanische Christuskorpus aus Birkenbringhausen, sondern viele der von Karl Rumpf gezeichneten oder fotografierten Gegenstände wurden gesichert und fanden ihren Weg in das Marburger oder in Waldecker Museen.

Beispiele dafür waren das schmuckvolle Portal des 1594 erbauten „Vinc-Jacobs-Haus“ aus Gemünden, das Rumpf noch vor seinem Abriss fotografierte, oder auch die Kufenwiege, die heute das Bonhage-Museum in Korbach zeigt. Er zeichnete auch den Frankenberger Rathausschrank mit seinen kunstvollen Beschlägen. An längst verschwundene Fachwerkkirchen wie Birkenbringhausen, Bottendorf oder Willersdorf erinnern heute nur noch seine Grundrisse und Skizzen.

An den Vortrag von Coburger schlossen sich Diskussionsbeiträge an, die die volkskundliche Arbeit von Karl Rumpf berührten. Ruth Piro-Klein vom Geschichtsverein dankte der Kunsthistorikerin für ihren Einblick in das Werk des Architekten. (zve)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare