Frankenberg

Kanuten wandern im Nationalpark

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- Frankenberg (js). Im Edersee ist kaum Wasser, die Boote der Kanuten liegen auf dem Trockenen, dennoch erkundeten die TSV-Kanuten die Ederseeregion. Sie waren zu Fuß unterwegs im Nationalpark.

Am Wochenende schlüpften die Kanuten des TSV Hessen Frankenberg statt in die Boot in die Wanderschuhe. Unter der fachkundigen Leitung von Rudolf Chartschenko, dem ehemaligen Revierleiter der Försterei Banfe im Nationalpark Kellerwald-Edersee, ging es für die 20 Personen umfassende Wandergruppe dreieinhalb Stunden von der Aseler Brücke, die sonst im See versunkenen ist, über Stock und Stein durch den Nationalpark.

Zunächst warfen die wandernden Kanuten von steiler Höhe aus einen Blick auf den leeren Edersee und hinab zur Hohen Fahrt, wo ihr Bootshaus steht. Dann führte Chartschenko, der diese Region aus seiner langjährigen Tätigkeit als Revierleiter wie seine eigene Westentasche kennt, die Gruppe hinein die Wildnis des Kellerwaldes, vorbei an verwunschenen, zum Teil 400 Jahre alten Buchen, entlang an steilen Hängen und zu herrlichen Aussichtspunkten auf den zurzeit leeren Edersee.

Deutlich wurde bei der Tour, wie sich der Wald verändert und allmählich zu Wildnis wird - vor allem in Bereichen, die bereits in der Vergangenheit durch ihre Steillage nur wenig oder gar nicht forstwirtschaftlich genutzt wurden. Auch dort, wo die Orkane Kyrill und Wiebke gewütet haben und sich durch Verfall und Zersetzung des Todholzes die Natur das zurückholt, was ihr gehört, wurde die neue Wildnis für die Wanderer sichtbar.

Die Kanuten lernten Bereiche kennen, die üblicherweise für Publikumsverkehr ohne Genehmigung nicht zu erreichen sind und nur unter Führung von Profi-Wanderführern betreten werden dürfen. Es waren spannende, lehrreiche, aber auch anstrengende Stunden, meinten die wandernden Kanuten. Zum krönenden Abschluss des erlebnisreichen Tages, den auch Petrus mit Sonnenschein belohnte, trafen sich die Frankenberger zu einem Grillabend am Bootshaus.

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