Bromskirchen

Karl-Friedrich Geldbach geehrt

- Bromskirchen (sg). Von seinen 29 Jahren als Abgeordneter war Geldbach 21 Jahre Vorsitzender des Parlaments. Am Freitag wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Gemeindevertretung ernannt.

Ein „Urgestein“ verlässt die kommunalpolitisches Bühne, auf der er mehr als zwei Jahrzehnte in führender Rolle aktiv war: Bei der Kommunalwahl im nächsten März will Karl-Friedrich Geldbach nicht mehr kandidieren. Bei ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr würdigten die Parlamentarier am Freitag Abend im Dorfgemeinschaftshaus ihren scheidenden Chef: Sie ernannten ihn zum Ehrenvorsitzenden der Gemeindevertretung. Er ist der erste Träger dieses Ehrentitels in der fast genau 40-jährigen Geschichte der Großgemeinde.

Bürgermeister Karl-Friedrich Frese dankte ihm für sein „engagiertes Wirken“. Ihn auszuzeichnen, sei eine „gute und richtige Entscheidung“. Nicht nur von seinem äußeren Erscheinungsbild her habe das „Urgestein“ Geldbach dem Amt Gewicht verliehen, sagte Frese mit einem ironisch Blick auf die stattliche Leibesfülle des Geehrten.

1981 war Geldbach erstmals Gemeindevertreter für die Bürgerliche Wählergemeinschaft geworden. Von seinen 29 Jahren als Abgeordneter war er 21 Jahre Parlamentschef – seit 1993 hat er das Amt ohne Unterbrechung inne. Zum „20-Jährigen“ habe ihn der hessische Städte- und Gemeindebund bereits im April ausgezeichnet, erinnerte Frese.

Geldbach ist bekannt für seine straffe Sitzungsleitung, viele Streitpunkte klären die Gemeindevertreter vorab in ihren Ausschüssen. Um ein deutliches Wort nicht verlegen, hat er Diskussionen auch in den stürmischen Zeiten der vorigen Wahlperiode in geordneten Bahnen gehalten. Auf Sachlichkeit hat er stets Wert gelegt, wer zu emotional auftrat oder von der Tagesordnung abwich, kassierte einen Tadel. So hat er einen Beitrag dazu geleistet, dass im Parlament heute weitgehende Harmonie herrscht – auch wenn es weiter Debatten und keineswegs nur einmütigen Entscheidungen gibt. Auch in der vor fünf Jahren gebildeten Bürgerliste Bromskirchen hat er den Ton mit angegeben. – Geldbach sei über das Amt hinaus Freund und Förderer der Vereine gewesen, betonte Frese. Gerade die Feuerwehr sei sein Steckenpferd. Geldbach war als Aktiver Jahrzehnte engagiert. 1978 wurde er Ortsbrandmeister, Ende 1992 musste er das Ehrenamt zu seinem Leidwesen aus Altersgründen aufgeben. Seitdem leitet er die äußerst rege Alters- und Ehrenabteilung, der auch Somplarer Kameraden angehören. Sie übernimmt immer wieder Arbeitseinsätze fürs Gemeinwesen.

Einstimmig beschlossen hatten die Gemeindevertreter die Ehrung in der einzigen Sitzung der gesamten Wahlperiode, an der Geldbach nicht teilgenommen hat – nach einer Operation hatte er das Krankenbett hüten müssen. Es sei der Wunsch aller gewesen, sie bei der Weihnachtssitzung zu verleihen, sagte Frese, denn traditionell folgte ein „parlamentarischer Abend“, bei dem die Politiker mit dem Geehrten und seiner Familie noch in gemütlicher Runde beisammensaßen. Zu den ersten Gratulanten gehörten seine Frau Veronika, die beiden Töchter und ihre Ehemänner.

Frese bat Geldbach, „uns weiter zu unterstützen, loyal zu uns zu stehen und die kommunale Selbstverwaltung zu stärken wie bisher“.

Geldbach danke für die einstimmige Entscheidung, die sei nicht selbstverständlich, sagte er sichtlich bewegt. „Fast ein halbes Leben“ sei er Kommunalpolitiker gewesen. Als er angefangen habe, seinen seine Töchter so alt gewesen wie heute seine Enkel. Es habe Höhepunkte und Enttäuschungen gegeben, aber insgesamt sei es eine „schöne und erfüllte Zeit“ gewesen. Der gläubige Katholik endete mit dem Wunsch: „Gott segne Bromskirchen.“

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