Karl van Elkan organisiert immer noch den Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche

Das Karussell ist vom Vater

Karl van Elkan: Er betreibt ein 60 Jahre altes Kinderkarussell. Seine Cousins organisieren den Markt in Frankenberg. Foto:  Coordes

Frankenberg. Wenn Karl van Elkan arbeitet, dann duftet es nach Glühwein, Zimt und Lebkuchen. Der Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche in Marburg ist der einzige Markt, den der 78-Jährige heute noch mit seinem Kinderkarussell besucht.

Schließlich sind ihm der weihnachtliche Lichterglanz und die Buden rund um die berühmte Kirche eine Herzensangelegenheit. Mehr als 30 Jahre ist es her, dass er den Weihnachtmarkt zusammen mit seinen Brüdern ins Leben rief.

Seitdem steht Karl van Elkan jedes Jahr mit seinem Oldtimer-Kinderkarussell von 1948 an der Elisabethkirche und hebt Kinder bis zum Alter von sieben Jahren auf die Pferdchen. Der Rentner wärmt sich an einem heißen Kakao, während sich die Figuren im Takt der Weihnachtsmelodien drehen. In den 80er-Jahren sei es manchmal so kalt gewesen, dass die Tauben erfroren vom Kirchendach fielen, erzählt der 78-Jährige: „Da brauchte man abgehärtete Leute.“ Bis heute organisiert er den Markt, zu dem sich in diesem Jahr 42 Aussteller angemeldet haben. Von Glühwein über Crepes, Bratwurst und Flammkuchen bis zu Schmuck, Keramik, Räuchermännchen, Kerzen, Korktaschen, Socken und Kunsthandwerk reicht das Angebot, das jedes Jahr bis zu 40 000 Besucher lockt.

Er selbst betreibt noch einen kleinen Rostbratwurststand und das Karussell, das einst sein Vater kaufte. Heute kommen oft Rentner mit ihren Enkeln, die früher selbst in den Kutschen, auf dem Krokodil oder Bugs Bunny gesessen haben. Sie wissen auch mit Popeye noch etwas anzufangen, dem Spinat vertilgenden Seemann, den die heutige Kinder-Generation nicht mehr kennt.

Karl van Elkan stammt aus einer alten Schaustellerfamilie, die sich von den Niederlanden über ganz Nord- und Mittelhessen verstreut hat. Ein Zweig lebt in Frankenberg, wo Cousins den dortigen Weihnachtsmarkt organisieren. Seine Familie ging nach Marburg, wo sie seit knapp 100 Jahren mit Karussells auf Märkten stehen. Karl van Elkan als Jüngster von sieben Brüdern stieg nach einer Lehre als Einzelhandelskaufmann 1952 in den elterlichen Betrieb ein. 40 Jahre lang stand er mit Karussells, Autoscootern, Schiess- und Verlosungshallen auf den Festen und Märkten von Marburg, Gießen, Biedenkopf, Hatzfeld, Burgwald und Frankenberg: „Das ist Volksbelustigung“, sagt er zu seinem Beruf. „Das ist schwere Arbeit, aber ich mag das freie Leben“, sagt der 78-Jährige.

Sohn führt Tradition fort

Das scheint seinem Sohn Uwe ähnlich zu gehen. Er führt die Familientradition fort. Auf dem Weihnachtsmarkt hat Karl van Elkan gelegentlich Unterstützung von seiner 16-jährigen Enkelin Eileen. In den nächsten zehn Jahren möchte er gern noch dabei sein. Und dazwischen weiter in die ferne Welt ziehen: Kuba, Mexiko und die Karibik hat er in seinem Ruhestand besucht. „Ich habe die Reiselust im Blut“, sagt der Schausteller.

Der Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche ist bis zum 23. Dezember täglich von 11 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

Von Gesa Coordes

Quelle: HNA

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