Frankenberg

Kaum Polizeihelfer im Einsatz

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- Frankenberg (jos). Die Meinungen über den Freiwilligen Polizeidienst gingen von Beginn an auseinander, sie reichen von „nicht ernst zu nehmen“ bis hin zu „gut für das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger“. Mittlerweile ist das Projekt so gut wie eingeschlafen.

Schon als der Freiwillige Polizeidienst in Frankenberg im Mai 2004 auf Grundlage eines Koordinationsvertrages zwischen Stadt und Land Hessen eingeführt wurde, fanden sich nicht so viele geeignete Bewerber, wie gewünscht: Lediglich sieben Personen wurden als Polizeihelfer ernannt und nach ihrer Ausbildung im Dezember 2004 in Dienst gestellt.

„Die maximale Anzahl von zehn möglichen Polizeihelfern wurde in Frankenberg nie erreicht“, erklärt Dittmar Knittel, Chef der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Das Interesse an dem Dienst sei im Laufe der Jahre weiter zurückgegangen, derzeit gebe es nur noch zwei Freiwillige Polizeihelfer. Es sei zu überlegen, mittelfristig die Personenzahl im Freiwilligen Polizeidienst wieder zu erhöhen, betont Knittel auf FZ-Nachfrage. Derzeit gebe es allerdings keine Bewerber.

Aus Knittels Sicht ist das Ansehen der Polizeihelfer in der Öffentlichkeit „überwiegend positiv“. Die Erfahrung zeige, „dass die von den Freiwilligen Polizeihelfern getroffenen Entscheidungen akzeptiert und befolgt werden“. Einzelne Probleme seien zwar bekannt geworden, „stellten sich aber nicht als schwerwiegend heraus“. Aus gut unterrichteten Kreisen ist allerdings zu erfahren, dass Polizeihelfer sehr wohl größere Schwierigkeiten gehabt hätten, von den Bürgern ernst genommen zu werden.

Weiterer Punkt, den Kritiker heftig bemängeln: Die Ausbildung der Polizeihelfer sei von einer so kleinen Polizeistation wie der in Frankenberg kaum zu organisieren. Kritisch gesehen werden die Polizeihelfer übrigens auch von den Feuerwehrleuten aus der Region: Denn während freiwillige Feuerwehrleute ihren Dienst unentgeltlich leisten, erhalten die Polizeihelfer eine Aufwandsentschädigung von immerhin sieben Euro pro Stunde. Finanziert werden die Kosten von der Stadt Frankenberg.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 12. Februar.

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