Johannsen-Villa

Kein Interesse an alter Firmenvilla

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Battenberg - Günther Radel hat mit seiner Baufirma RIG mehrere alte und bedeutende Häuser im Frankenberger Land gekauft und saniert - doch nach der Insolvenz sollen die Gebäude per Zwangsversteigerung verkauft werden, um Forderungen von Gläubigern zu erfüllen.

Allein am Mittwoch standen drei Häuser im Frankenberger Amtsgericht zur Versteigerung. Für alle fand sich kein Käufer, es werden voraussichtlich weitere Termine anberaumt. Neben dem Hotel Clemens am Herrenacker in Battenberg ging es auch um das „Schlösschen“ am Rand des früheren Johannsen-Geländes. Günther Radel hatte prestigeträchtige Häuser gekauft und saniert, darunter Gebäude, die jahrelang leerstanden. Doch vor ziemlich genau zwei Jahren musste er für seine Firma Insolvenz anmelden.

Die Johannsen-Firmenvilla, laut Wertgutachten Baujahr 1920, wird wie etliche andere Radel-Immobilien von Anwälten derzeit zwangsverwaltet. In dem Haus befinden sich drei Wohnungen. Inklusive Grundstück ist die Fläche 33,74 Ar groß. Abgelegen am Mühlrain Selbst viele Menschen in der Region kennen das schmucke Schlösschen nicht. Es befindet sich abgelegen am Mühlrain zwischen Battenberg und Battenfeld. In den Hallen befindet sich noch ein Fabrik. Die Firma Johannsen, Produzent von Schießständen, war in den 90er Jahren insolvent geworden und in einzelne Unternehmen aufgegliedert worden, die noch heute erfolgreich am Markt sind – Johannsen-Schießstandtechnik ist im Tiefenbach ansässig, in den alten Hallen am Mühlrain befindet sich die Firma Johannsen-Schleiftechnik.

Start der Firma Viessmann Zu den besten Zeiten wurden rund 100 Menschen bei Johannsen beschäftigt. Die Firma siedelte 1934 von Sangershausen nach Battenberg – in den Hallen wurden auch die ersten Viessmann-Heizkessel gebaut. Die Firmenvilla hatte Günther Radel für sich und seine Familie gekauft und saniert. Das Haus ist noch bewohnt. Ein Gutachter hat den Wert auf 233.000 Euro beziffert. Mindestens die Hälfte dieses Preises, also 116.500 Euro hätte gestern geboten werden müssen. In einigen Monaten wird ein neuer Termin angesetzt. Dann gelten für Gebote zwar keine Untergrenzen mehr, die Gläubigerbanken müssen aber ihre Zustimmung geben.

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