Frankenberg

Kein Salz - Wohngebiete bleiben weiß

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- Frankenberg (jos). Nur noch an „neuralgischen Punkten“ setzt der Frankenberger Betriebshof Streusalz ein. Die Winterdienst-Mitarbeiter der umliegenden Städte und Gemeinden halten es ähnlich. Denn das Salz ist knapp.

Frankenberg. In den Straßen der Wohngebiete werde der Frankenberger Betriebshof in den nächsten Tagen nur noch den Schnee beiseiteschieben können und auf den Streusalzeinsatz nach Möglichkeit ganz verzichten, teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Die Autofahrer werden um entsprechend vorsichtige Fahrweise gebeten.

„Bei den Herstellern werden die Autobahnmeistereien und Straßenmeistereien, die die überörtlichen Verkehrswege freihalten müssen, vorrangig bedient. Die Kommunen stehen hinten dran in der Warteschlange“, erklärte der Leiter des städtischen Betriebshofes, Martin Hecker. Daher werde die Stadt in den nächsten Tagen nur noch dort streuen, wo besondere Sicherheitsbestimmungen dies notwendig machen – zum Beispiel die Zufahrt zum Kreiskrankenhaus oder die ehemalige Kreisstraße 117.

Bürgermeister Christian Engelhardt bat um Verständnis angesichts der derzeitigen Wintersituation. „Es geht jetzt vor allem darum, die Salzvorräte für die neuralgischen Punkte vorzuhalten“, betonte der Rathauschef. Bei angepasster Fahrweise könne man durchaus auch ohne den Einsatz von Streusalz weiterkommen.

Auch in den umliegenden Städten und Gemeinden müssen die Bauhöfe mit dem Streusalz haushalten. Einzig bei der Gemeinde Bromskirchen gibt es noch keine Engpässe.

Allendorf: „Wir haben noch Salz“, sagte Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn. Trotzdem geht die Gemeinde sparsam damit um, damit die Vorräte noch einige Zeit halten: „Es wird nur noch an den Bergen und Hauptdurchgangsstraßen gestreut“, kündigte er an. Battenberg: „Wir haben Anfang vergangener Woche noch eine Streusalzlieferung bekommen, die wir schon vor längerer Zeit bestellt hatten“, erklärte der Battenberger Verwaltungschef Heinfried Horsel. Doch auch in der Bergstadt ist Sparsamkeit oberstes Gebot. „Wir streuen nur noch an Steilstrecken.“ Burgwald: Das Silo beim Bauhof der Gemeinde ist zwar in der vorigen Woche noch mit Streusalz befüllt worden. Doch der Lieferant habe der Gemeinde mitgeteilt, dass in nächster Zeit nicht mit einer weiteren Lieferung gerechnet werden könne. Deshalb informierte Bürgermeister Lothar Koch vorige Woche im Gemeindeparlament darüber, dass der Winterdienst nur noch eingeschränkt Streusalz einsetzen werde. Bromskirchen : Für knapp 5000 Euro hatte die Gemeinde im vorigen Sommer Streusalz eingekauft – eine kluge Entscheidung, von den derzeitigen Engpässen anderer Kommunen ist sie nicht betroffen: „Ich gehe nicht davon aus, dass uns das Salz ausgeht“, sagte Bürgermeister Karl-Friedrich Frese, und da er auch gutes Gerät und gute Leute habe, laufe der Winterdienst nach Plan. Frankenau: In der Ziegenbockstadt wird nur noch eingeschränkt gestreut: Nur auf Steigungsstrecken und Kreuzungen setzen die Mitarbeiter des Winterdienstes Salz ein. Erst Anfang März soll eine größere Lieferung Streusalz kommen – „bis dahin kommen wir über die Runden“, sagte Doris Mütze vom Bauamt der Stadt. Gemünden: Auch in der Stadt am Rande der Bunstruth geht das Streusalz langsam zu Ende. „Wir haben nur noch wenig“, sagte Bauhofleiter Siegfried Kollroß. Daher sei der Bauhof bereits am Wochenende schon sehr sparsam mit Salz umgegangen. In den nächsten Tagen werde nur noch an den wichtigsten Stellen gestreut, etwa dort, wo Schulbusse fahren oder auf Straßen mit sehr starker Steigung. Am Donnerstag erwartet die Stadt noch eine Kleinmenge Streusalz – aber auch die reiche höchstens für einen Einsatz. „In dieser Situation waren wir noch nie“, sagte Kollroß. Haina: In der Kellerwaldgemeinde ist das Salz fast aufgebraucht. Das hatte Bürgermeister Rudolf Backhaus bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt und um erhöhte Vorsicht auf den Gemeindestraßen gebeten. Backhaus rechnet mit einer Streusalz-Lieferung erst in etwa drei Wochen. Hatzfeld: Die Stadt Hatzfeld hat kürzlich noch eine Lieferung Streusalz erhalten. Würde es weiter schneien und die Stadt wie bisher überall streuen, wären die Vorräte aber bald aufgebraucht, sagte Büroleiter Manfred Wetter. „Gestreut wird nur noch an Steilstrecken und Kreuzungen.“Rosenthal: „Wir halten uns ganz gut“, berichtet der Vorarbeiter des Bauhofs, Helmut Lerch. Derzeit verfüge die Stadt noch über sechs Tonnen, das reiche für etwa anderthalb Wochen. Weitere sechs Tonnen hätten die Rosenthaler eigentlich noch vom Betriebshof der Stadt Frankenberg zurückzubekommen. Angesichts der Knappheit wirtschaftet der Rosenthaler Bauhof vorausschauend: „Wir streuen nicht so wie sonst üblich, wir teilen uns das Salz ein“, erläutert Lerch. „Wir bekommen ja kein anderes.“ So habe der Bauhof Salz eingespart, indem er nur Gefällstrecken streue. Die Autofahrer hätten sich darauf eingestellt. Weiteres Problem: An bestimmten gefährlichen Straßenabschnitten hat die Stadt Salztonnen aufgestellt, aus denen sich Autofahrer bei Bedarf zusätzlich bedienen sollen. Aus diesen Tonnen werde das Salz gestohlen, berichtet Lerch, „sie werden regelmäßig leer geräumt.“ Immerhin vier bis fünf Tonnen gingen der Stadt so verloren.

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