Versammlung des DRK-Kreisverbandes mit Wahlen

Kein Stillstand im Altkreis Frankenberg

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Frankenberg - Eine Mischung aus Veränderung, Weiterentwicklung und Festhalten an Bewährtem hat die Versammlung des DRK-Kreisverbandes geprägt. Rück- und Vorausblick ergaben: Es ist kein Stillstand zu erwarten.

„Wir werden nicht stillstehen“, kündigte Dr. Rolf Bluttner für 2014 an. Der Vorsitzende des Frankenberger DRK-Kreisverbandes betonte während der Kreisversammlung am Donnerstagabend immer wieder, dass es keinen Stillstand gäbe, und der Sachstandsbericht von Geschäftsführer Christian Peter bestätigte dies. Im nächsten Jahr sollen allein drei Projekte in Allendorf (Eder), Bromskirchen sowie Frankenberg geplant und 2015 umgesetzt werden. Doch nicht nur in drei Kommunen passiert etwas, sondern im gesamten Altkreis Frankenberg. Zum Beispiel soll der ambulante Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe ausgebaut werden. Doch dafür braucht es laut Peter ausgebildete Sozialpädagogen, die nicht so einfach anzuwerben seien.

Zuversichtlich zeigte sich der Kreisgeschäftsführer hinsichtlich des neuen Betreuungs- und Beratungszentrums für Senioren und Behinderte in Gemünden. Das Grundstück ist bereits erworben für ein Objekt, das barrierefreies Wohnen mit sozialen Dienstleistungen wie juristischen Beistand und Ergotherapie kombinieren soll (FZ berichtete). Auch finanzielle Unterstützung sei akquiriert, sodass die Pläne nächstes Jahr „sicherlich umgesetzt“ werden könnten.

Doch nicht nur die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit aus dem Jahr 2012 stand während der Versammlung im Blickpunkt. In seinem Geschäftsbericht lieferte Peter einen Abriss der vielfältigen Aktionen des Kreisverbandes aus dem ehren- und hauptamtlichen Bereich. „Der Kreisverband wurde im Jahr 2012 getragen von 2120 Fördermitgliedern und 210 aktiven Mitgliedern, die in über 200 Einsätzen rund 9440 freiwillige und ehrenamtliche Stunden erbracht haben“, sagte Peter. Erfreulich sei, dass sie im Katastrophenschutz gut aufgestellt seien, und sich die Wasserwacht zunehmend als fester Bestandteil der ehrenamtlichen Arbeit etabliert habe.

Besonders stellte der Geschäftsführer das Engagement im Bereich der Senioren- und Sozialarbeit heraus. 154 Leiter und Mitarbeiter der 38 Seniorenclubs leisteten 2012 insgesamt 12.181 ehrenamtliche Stunden. Daneben habe sich auch das Jugendrotkreuz positiv entwickelt. Als hauptamtliche Mitarbeiter waren 2012 rund 450 Mitarbeiter beschäftigt. Ihnen und den Führungskräften, dem Vorstand sowie allen ehrenamtlichen Helfern dankte Peter für die kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit.

Die wirtschaftliche Situation sei stabil gewesen - unter anderem wegen der guten Kooperation mit den Kommunen, dem Landkreis und weiterer Institutionen. Dennoch hätten das niedrige Zinsniveau und die zugeführten Eigenmittel das Jahresergebnis merklich gedrückt, sagte Peter. Die Eigenmittel flossen in die im Bau befindlichen Seniorenzentren in Battenberg und Waldeck-Sachsenhausen. Im Ergebnis der Rücklagen-Bedienung und getätigten Investitionen ergab sich für den Jahresabschluss 2012 ein Bilanzgewinn in Höhe von 62.000 Euro, gab Schatzmeister Rainer Opper bekannt. „Das ist ein hervorragendes operatives Ergebnis“, urteilte der Kreisvorsitzende Bluttner und fasste zusammen: „Der Kreisverband ist nicht reich, aber gesund.“

Kreisgeschäftsführer Peter erläuterte zudem die Wirtschaftspläne für das kommende Jahr und nannte erwartete Einnahmen und Ausgaben. Peter fasste zusammen, dass der Haushaltsansatz für 2014 rund 14 Millionen Euro beträgt, was die Mittel für den laufenden Betrieb, also den Verwaltungshaushalt, betrifft. Hinzu kommt der Vermögenshaushalt mit Investitionen von rund 3 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 17 Millionen Euro im Haushalt für das Jahr 2014.

Zahlreiche Wiederwahlen

Die Vorstandswahlen während der Kreisversammlung des Frankenberger DRK-Kreisverbands waren vor allem von Wiederwahlen geprägt, doch eine einschneidende Veränderung gab es: Nach 15 Jahren als stellvertretende Kreisvorsitzende schied Annette Viessmann aus dem geschäftsführenden Vorstand aus. Als ihr Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese. Einstimmig wiedergewählt wurden Rolf Bluttner als Kreisvorsitzender und Rainer Opper als Schatzmeister für den geschäftsführenden Vorstand sowie Guido Seidel als Justitiar und Gerhard Finger als Konventionsbeauftragter für den Vorstand.

Kreisgeschäftsführer Christian Peter gab außerdem die Wiederwahlen weiterer Vorstandsmitglieder und ihrer Stellvertreter bekannt: Kreisverbandsarzt bleibt Stefan Packebusch. Bettina Eckel als Kreisbereitschaftsleiterin und Karin Köster als Leiterin des Jugendrotkreuzes wurden wiedergewählt. Sebastian Küster ist der Vertreter von Gerhard Finger als Kreisbereitschaftsleiter. Neue Stellvertreterin von Bettina Eckel ist Anja Strieder.

DRK-Projekte

Anstehende Projekte des Frankenberger DRK-Kreisverbandes gab Geschäftsführer Christian Peter in seinem Sachstandsbericht während der Kreisversammlung bekannt. Die Planung für die Projekte in Frankenberg, Bromskirchen und Allendorf (Eder) soll jeweils nächstes Jahr beginnen und die Umsetzung 2015 starten.

Für die Stadt Frankenberg ist ein Altenzentrum angedacht. Außerdem haben die Jugendlichen der Wohngruppe „Kegelberg“ des DRK-Jugendheims „Albert Schweitzer“ übergangsweise eine Unterkunft im ehemaligen Seniorenzentrum am Wingertsberg in Battenberg gefunden. Die Brandauswirkungen im Haus am Kegelberg (FZ berichtete) waren nicht unerheblich, sodass für sie eine zeitweise Alternativ-Unterbringung innerhalb von 14 Tagen gesucht werden musste. Nach ersten Vorbehalten bewies das Haus am Wingertsberg, dass es übergangsweise die notwendigen Rahmenbedingungen für traumatisierte Jugendliche und weitere Vorteile bietet. Aufgrund dieser bisherigen Erfahrung sei es laut Peter vorstellbar, dass sich das Haus langfristig als Jugendhilfeeinrichtung eigne. Auf kurzfristige Sicht könne es zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern dienen.

Als weitere Jugendhilfeeinrichtung ist in Bromskirchen die Alte Schule angedacht. Die baulichen Bedingungen und die Infrastruktur eignen sich laut Peter für eine Mutter-Kind-Einrichtung. Von solchen Einrichtungen gebe es nicht viele, und der Bedarf sei gegeben.

Für Allendorf hat die Kommune laut Peter ein passendes Grundstück für Betreutes Wohnen gefunden. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das die Gemeinde dem DRK bereits 2009 initiativ vorschlug. Die Einrichtung soll Pflege, Betreuung, Wohnen und gesellschaftliche Aktivitäten bündeln. (sis)

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