Allendorfer Ausschüsse diskutieren Sanierung der Kirchstraße

"Kein Straßenbau wie jeder andere"

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Die Kirchstraße in Allendorf soll saniert werden. Bürgermeister Claus Junghenn befürchtet allerdings, dass die Kosten höher sind als üblich. Grund ist der Hang (linke Seite), der möglicherweise erst befestigt werden muss.Foto: Mark Adel

Allendorf (Eder) - CDU und Bürgerliste Ortsteile wollen neue Schulden aufnehmen, um eine marode Straße zu sanieren. Doch der Plan ist umstritten: Bürgermeister Claus Junghenn befürchtet, dass die Kosten weit höher als bei den veranschlagten 550.000 Euro liegen.

Die Erneuerung der Kirchstraße in Allendorf ist seit Jahren im Investitionsplan vorgesehen, aber immer wieder aufgeschoben worden. CDU und Bürgerliste Ortsteile haben jetzt die Aufnahme im Haushalt 2014 beantragt und mit ihrer Mehrheit in der Sitzung der Parlamentsausschüsse befürwortet – obwohl auch in den eigenen Reihen Stimmen lautwurden, erst einmal nur die Planungskosten bereitzustellen.

CDU-Fraktionssprecher Stephan Noll begründete die für den Bau erforderliche Kreditaufnahme mit den derzeit günstigen Zinsen. „Die Kirchstraße ist in einem absolut schlechten Zustand“, sagte Noll. Bei den Kosten hatten sich die Fraktionen an der Summe orientiert, die vor zwei Jahren vom Gemeindevorstand veranschlagt worden war – das Projekt war aber wieder gestrichen worden. „Kann richtig Geld kosten“ Gemäß der Prioritätenliste sei die Sanierung an der Reihe, bestätigte Bürgermeister Claus Junghenn. Er bezweifelte aber, dass die kalkulierten 550.000 Euro ausreichen und rechnet mit Kosten mindestens in doppelter Höhe: „Es ist kein normaler Straßenbau wie jeder andere“, sagte er mit Blick auf die Hanglage. Er befürchtet, dass dort Stützmauern nötig werden.

Junghenns Vorschlag: Zunächst sollte eine genauere Kostenschätzung vorliegen, dann könnten die Ausschüsse erneut über die Straßenrenovierung beraten. Er warnte zudem vor Widerstand seitens der Anlieger – auf die würde nämlich ein Großteil der Kosten über Beiträge umgelegt werden. „Diese Beitragspflicht kann richtig Geld kosten.“ Schließlich befänden sich auf einem großen Teilstück nur auf einer Seite Anlieger.

Klaus Hofmann (SPD) befürwortete den Vorschlag des Bürgermeisters, erst die Planung abzuwarten: „Dann können wir den Anliegern mit offenen Karten gegenübertreten.“ Auch Günter Pez (BLO) schlug vor, erst zu planen und dann gegebenenfalls im Nachtragshaushalt das Geld bereitzustellen. SPD stimmt dagegen Nachdem sich beide Fraktionen kurz beraten hatten, hielten sie allerdings an dem ursprünglichen Antrag fest. Vor den Ausbau sollen jedoch die Gemeindegremien unterrichtet werden. Gegen die SPD-Stimmen wurde der Antrag befürwortet.

Die SPD-Abgeordneten stimmten auch gegen den Haushalt und befürworteten lediglich den Stellenplan. Das Zahlenwerk soll am Mittwoch, 5. Februar, in der Gemeindevertretersitzung beschlossen werden. (da)

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