Wasserverluste in der Kernstadt

Kein Wasserdiebstahl in Rosenthal

Aus dem Wassernetz der Stadt Rosenthal ist in den vergangenen Jahren viel Wasser „verschwunden“. Schuld waren Rohrbrüche und unerlaubte Entnahmen vor der Wasseruhr.Archivfoto: Mark Adel

Rosenthal - Die Stadt kämpft seit Jahren mit hohen Wasserverlusten, die sie im vergangenen Jahr auf ein Minimum reduziert hat. Rohrbrüche waren das Hauptproblem bei den großen Verlusten, bei Überprüfungen hat die Stadt aber auch in drei Fällen eine unerlaubte Wasserentnahme von Hausbesitzern festgestellt.

Vor der Wasseruhr wurde Wasser entnommen und daher nicht gezählt - und auch nicht bezahlt. „Rechtlich gesehen war das aber kein Diebstahl, sondern ein unerlaubter Verbrauch von Wasser - aber ohne Vorsatz“, erklärt Bürgermeister Hans Waßmuth auf Nachfrage der FZ.

In einigen Fällen seien bei Bewohnern der Kernstadt Differenzen zum Wasserverbrauch des Vorjahres bemerkt worden - woraufhin die Stadt dem geringeren Verbrauch auf den Grund ging. „Manche Entnahmen liefen an der Uhr vorbei“, sagte Waßmuth. Die Stadt habe den Sachverhalt mit Rechtsberatung überprüft: „So wie die Fälle geschildert sind, liegt kein Vorsatz vor.“ Damit liegt rechtlich gesehen auch kein Diebstahl vor.

Die Wasserentnahme vor dem Zähler geschah laut Waßmuth ohne das Wissen der Hausbesitzer. Beispielsweise sei in einem Fall vor mehr als 50 Jahren eine provisorische Leitung verlegt worden. Als die richtige Leitung samt Zähler lag, wurde das Provisorium verschlossen. Die sei nach dieser langen Zeit im vergangenen Jahr aufgegangen und habe Wasser in den Haushalt eingespeist. Die Nutzer hatten nichts bemerkt. Waßmuth erklärte, dass in den Fällen dieser Art über einen Vergleich der ungefähre Verbrauch aus den Vorjahreszahlen errechnet werde - die dann vom Hausbesitzer nachgezahlt würden.

Laut Waßmuth hat es einen Fall gegeben, in dem die Stadt keine Nachzahlung einfordern kann, da sie nicht nachvollziehen kann, wieviel Wasser entnommen wurde: Ein Rosenthaler hatte Wasser für die Gartenbewässerung geholt - und das auch seinen Nachbarn erlaubt. Denn der habe gedacht, dass er eine Quelle im Garten habe.

Diese unerlaubten Wasserentnahmen sind laut Waßmuth eingestellt worden, ebenso wie die Stadt einige Leckstellen im Rohrnetz repariert hat. „Bis auf kleine Schäden ist jetzt alles behoben“, sagte er. „Neue Rohrbrüche treten aber vor allem in den Wintermonaten auf.“ Seit Jahren überprüfe die Stadt daher im Frühjahr die Leitungen, um eventuelle Leckstellen frühzeitig zu entdecken.

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